Johannas und mein Letzter-Sonntag-der-Ferien-Spaziergang führte uns gestern nach Limmritz. Dorthin, wo die große Eisenbahnbrücke die Zschopau überspannt und Angler, ihren Ehefrauen entrückt, ins trübe Wasser stieren. Auf semischwierigen Pfaden kraxelten wir am Steilufer entlang, um uns den letzten Pflaumenkuchen zu verdienen, den wir im Gepäck geschultert mit uns führten. Da solcherart Nachmittagsunternehmungen nicht unbedingt zu Johannas Lieblingsbeschäftigungen gehören, versuchte ich ihr Desinteresse durch Verlauten allerlei Wissenswerten aus Geschichte und Naturwissenschaft noch weiter zu steigern. Manchmal machen Väter sowas eben. Nach einem kurzen populärwissenschaftlichen Referat zur Ausdehnung und Reflexion von Schallwellen unter Brückenbögen, die künftige Sechsklässlerin zählt Physik zu ihren neuen Fächern, fanden wir eine Spinne größerer Art einschließlich Netz. Johanna konnte meinen Eifer, ein geeignetes Fliegenobjekt zu fangen, um dieses der Spiderwoman zuzuführen, nicht ganz teilen. Während ich im Gras suchte, entdeckte sie d i e s e s Lebewesen aus einer fernen Galaxie.
Stoisch saß es auf einem welkenden Blatt. Kleine Antennen, sicher zur Kommunikation mit seinen Artgenossen taugend, trug es auf dem Rücken. War es ein Vorbote einer höheren Zivilisation? Oder befindet sich unser schöner Planet vielleicht schon in den Händen bzw. abermillionen kleinen Beinchen Zehntausender dieser Spezies und wir haben es nur noch nicht bemerkt? ES verriet nichts. Zuckte nicht einmal. Und wir? Wir sind einfach weitergegangen. Kuchen essen. Und Kakao trinken.
Montag, 3. September 2007
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen