Mittwoch, 12. September 2007

Wochengeschehen - Wochen geschehen

Wochengeschehen - Die Wochenhälfte ist erreicht. Am Montag war ich zur Weiterbildung, die unter Insidern auch gern als Fortbildung betitelt wird. Ob diese Bezeichnungen synonym gebraucht werden oder als ein Indiz für Herkommen oder Einstellung zur jüngsten Vergangenheit gelten und damit ideologisch determiniert sind, weiß ich immer nicht genau. Eindeutig verhält es sich dagegen, wenn ich mein KFZ kontrollieren lasse. Bringe ich mein Auto zur Durchsicht, oute ich mich in den alten Bundesländern als zugezogener Ossi. Fahre ich auf das Werkstattgelände in Bitterfeld und melde den Wagen zur Inspektion an, gelte ich als blasierter Westdeutscher. In beiden Fällen verliere ich sicher das Wohlwollen des verantwortlichen Monteurs. Oder ich heimse gerade Sympathiepunkte ein. Auf alle Fälle reiche ich die Fahrzeugschlüssel immer mit dem Gefühl des Unbehagens in die ölbebleckten Hände weiter. Diesen Eventualitäten bin ich auf Fort- und Weiterbildungen nicht so ausgeliefert. Ich mag sie. Man schlüpft für kurze Zeit in die Schülerrolle. Das beginnt mit der Wahl der Sitzplätze. Nur nicht so weit vorn! Es äußert sich in der Mitarbeit, besser in deren Verweigerung. Kopf nach unten, wenn Fragen gestellt werden. Und kulminiert schließlich im Prozess der Betrachtung seiner "Mitlernenden". Ah, da bricht endlich einer das Schweigen. ... Gut, dass der spricht. ... Der hat aber viel zu sagen! ... Hört sich aber gerne reden! ... Jetzt reichts aber, gleich ist Pause! ... So ein Selbstdarsteller!
Und die Wochen geschehen:
Am Dienstag waren die Liebste und ich in Leipzig. Zum Organisieren und Genießen. Für Unterschriften und Steaks. Am Institut und im "Maredo". Es ist unsere Stadt. Ich schaue die Häuserreihe in der Rohdestraße entlang. Wir möchten dort hinziehen. Wir werden es tun.
Am Abend beginnt Dr. House wieder zu humpeln.
Heute tötete die Dentistin meinen letzten Nerv im wehen Zahn. Sie schickt mich zum Chirurgen nach Riesa. Der wird das Werk vollenden.
Dazwischen gedenkt die Welt 9/11, entlässt der NDR die Herman Eva und gewinnt DeutschlandradioKultur einen Prozess.
Die Wochen geschehen einfach. Und die Liebste bereitet ihre Abreise vor. Ich zähle die Tage nicht, bis sie aufbrechen wird. In den Osten. Ex oriente lux. Ich zähle die Wochen, bis sie wiederkommt. Mein Licht aus dem Osten.

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