Vielleicht sollte man selber stutzig werden, wenn man sich am Abend vor dem Reformationsfeiertag zum Kino verabredet und einen Film ausschließt, weil dieser zu später Stunde 22.30 Uhr läuft. Und dann, statt dessen, ein Video-Guck-Abend plant. Wäre ich mein Freund Frank gewesen, so hätte ich es mir übel genommen, dass mein Gast abschaltet. Und das in der Auflösungssequenz von "Memento", der Geschichte eines unter anterograder Amnesie leidenden Mannes, der zum Killer wird, weil er seine Frau rächen will. Die Chronologie aufgelöst, rückwärts erzählt, spannend - und ich schlafe ein 8 Minuten vor Filmschluss. Doch du bist nicht ich und auch nicht nachtragend. Es war trotzdem ein schöner Abend.
Das lag auch an der folgenden Sendung "Menschen bei Maischberger". Es ging um Ufos und Außerirdische und eine "wissenschaftliche Diskussion", die aller Argumente, Belege und Diskussionsregeln ledig blieb. Wissenschaftsmoderator Joachim Bublath verließ dann auch die Sendung, während Nina Hagen kleinkindhaft schmollte "So ein schlechter Mensch!". Maischberger ruderte hilflos durch die restliche halbe Stunde, während ein weiterer Experte der Physik auf die Frage, ob er an außerirdische Begegnungen glaube, antwortete: "Ich glaube nicht daran, aber sie könnte schon möglich sein."
Zusammenfassendes Urteil:
1. Der Rundfunk-gebührende Talk war sehr unterhaltend, weil unfreiwillig komisch.
2. Doch wenn es um Fragen der Wissenschaft geht, schalte ich nächstens wieder zu ProSieben. Da erfahre ich nämlich, wieviele Silvesterraketen nötig sind, um ein Auto anzutreiben. Genau 529.
1 Kommentar:
Übel würde ich dir nur nehmen (klingt komisch, der Teilsatz, oder?), falls du am Freitag im Stadion einschläfst.
Hat noch jemand aus der lesergemeinde "Menschen und Nina bei Maischberger" gesehen?
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