Dienstag, 23. Oktober 2007

Einheitliche Schulbücher als Weg aus der Bildungsmisere

Wenn ich durch unsere kleine Stadtibliothek schlendere, schaue ich mir immer auch die Zeitschriftensammlung an. Dabei blättere ich besonders gerne durch die Publikation der "Stiftung Warentest". Als ich vor Zeiten für meine Tochter einen besonders sicheren Kindersitz suchte oder mich anschickte, eine günstige und gleichzeitig funktionstüchtige Digitalkamera zu erweben, war diese Zeitung mein Blatt. Wo bekommt der werbegeschädigte Verbraucher denn sonst noch das Gefühl, seinen freien Willen durchsetzen zu können, als durch dieses "staatlich geförderte, unabhängige Institut zur Untersuchung des Gebrauchs- und Nutzwertes auf dem Markt angebotener Güter und Dienstleistungen." (Microsoft ® Encarta ® 2006 © 1993-2005 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.)
Manchmal erscheint es mir so, als wüssten die Tester nicht mehr, was sie testen sollen. Allherbstlich natürlich die neuesten Winterreifen. Klar doch, das muss sein! Möhrensäfte, natürlich, das weiß jede Mutter eines Kleinkindes zu schätzen! Anti-Falten-Creme, o.k., auch die hat ihr Käuferinnen-Klientel! In der neuesten Ausgabe wurden Schulbücher getestet!! Nein, kein Scherz. Als Betroffener ist mir natürlich klar, dass Lehrwerke einer Kontrolle unterstehen sollten. Doch müsste diese Aufgabe nicht eine andere Institution übernehmen? Hat man in staatliche Stellen kein Vertrauen mehr? Oder ist Bildung doch nicht mehr als eine Ware? Schulbücher neben Klopapier und Enthaarungsspray. Der nächst Schritt wäre dann ein leichter:
"Stiftung Warentest", Ausgabe 1/2008, Lehrer und Lehrerinnen.
Lehrpersonal in Sachsen:
Leistungsbereitschaft "gut",
Kommunikationsverhalten "befriedigend",
ökologische Verträglichkeit "sehr gut" (weil biologisch vollständig abbaubar),
Preis "sehr gut" (Bester im Test)

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Stiftung Warentest 2/2008, im Test: Kai. Liebesfähigkeit "sehr gut", Sozialverhalten "sehr gut", Abzüge bei der political correctness. Hygieneeigenschaften "sehr gut", abwaschbar, reinlich. Mit Kai machen Sie eine Anschaffung fürs Leben. Unübertroffen. Der allerbeste im Test.

Anonym hat gesagt…

Aber das Modell Kai muss ja irgendwelche anderen Macken haben, denn außer dem Prototypen ist nichts über eine Serienproduktion bekannt. Haben Dir Deine steinreichen Eltern dieses Fabrikat vermacht? :-)