Als Angehöriger einer Generation, zu deren größten Erlebnissen der Schulzeit die Ablösung des Rechenschiebers durch einen staatlich gestützten Taschenrechner mit dem bezeichnenden Namen SR1 gehörte, bin ich den neuen Medien recht aufgeschlossen. Seit Jahren besitze ich einen Computer und nutze diesen auch. Trotzdem stehe ich der schönen neuen Welt mit einem gesunden Maß an Skepsis gegenüber. So zähle ich mich erst seit einigen Wochen zur Zunft der Online-Banker. Es dauerte seine Zeit, bis ich meine Bedenken ablegte: Der Computer könne abstürzen. Die Transaktionen fehlfunktionieren. Mein Konto durch falsche Tastenbedienung gelöscht werden. Hollywoodfilme belegen das zur Genüge ("Stirb langsam 4").
Heute ereilte mich die Bestätigung jenseits des Fiktiven via Mail. Das Kreditunternehmen meines Vertrauens forderte mich auf, meine Kundendaten zwecks Aktualisierung der Software zu bestätigen. Vielleicht hätte ich mich schon wundern sollen, dass es fünf Mails waren, die ich bekam. Die übrigen vier Sendungen galten trotz Namensähnlichkeit nicht mir. Stattdessen suchte ich nach meiner richtigen Adresse und öffnete den Link. Auf der Website prangte das rote Logo meines Kreditunternehmens und auch die verwendete Schriftart entsprach meinen Erfahrungen. Dann sollte ich nicht nur meinen Namen, Adresse und Kontonummer eingeben, sondern auch meine PIN und Passwörter. In den grauen DDR-Zeiten ist mir zwar mein natürliche Schutzinstinkt vor Institutionen und saatlichen Behörden weg-konditioniert worden, doch jetzt schrillten die Alarmglocken in meinem Kopf. Nepper-Schlepper-Bauernfänger! So ´ne dummen Schweine! ........................
Ich bin am Überlegen, meine Überweisungen wieder analog zu erledigen.
Und ganz nebenbei: Es ist gut, wenn man nach Hause kommt und sich auf´s Skypen freut. Es ist besser, wenn man heim kommt und SIE ist da.
1 Kommentar:
Hmm, was soll man nun davon halten. Einerseits bin ich auch online-Banker, und das seit Jahren ohne Probleme, andererseits macht das regelrecht Angst, was du da schreibst.
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