Montag, 21. Januar 2008

Von Watte und Worten

Seit vielen Stunden erörtere ich mit meiner Klasse Texte zur Bedeutung von Sprache. Ein ebenso interessantes und - wie der alte Fontane sagen würde - weites Feld. Sprache prägt unser menschliches Miteinander. Sie ist Indikator unseres gesellschaftlichen und sozialen Entwicklungstandes, kann ebenso zur Waffe werden wie zum Streicheln dienen. Und über die philosophische Dimension will ich mit meinem Viertelwissen erst gar nicht sprechen: "Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose." Kurz - es gibt kaum so etwas Wichtiges wie unsere Sprache! Das meine ich dann wirklich in solchen Momenten.
Und dann kommt es zu Situationen, bei denen man aus seiner akademisch verklärten Welt, errichtet auf dem elfenbeinernen Turm seiner kleinen aber gehegten und gepflegten Überheblichkeit, herausgezerrt und in den steilen Abgrund der tagtäglichen Alltäglichkeiten zu schauen genötigt wird.
Auf dem Friseursessel sitzend, erlebte ich heute eine wahre Disputation über die Frage, ob bei Dauerwellen Wattebausch-Bänder Verwendung finden dürften oder nicht. Ich meine, das war nicht einfach so ein Streit, sondern da stießen Lehrmeinungen auf- und prallten Generationserfahrungen gegeneinander. Ich staunte in den Spiegel hinein, der immer einen so schönen Teint macht. Dann war ich dankbar über diese "Banalität". Und froh, dass ich der Kaltwellen-Welle in den 80er getrotzt hatte, im Gegensatz zu einigen meiner Freunde von damals. Die Watte konzentriert nämlich die ätzenden Tinkturen auf bestimmte Stellen der Kopfhaut. Das führt zur Reizung derselben und kann zu unliebsamen Komplikationen führen.
Einleuchtend!
Sich über so etwas bewusst im Klaren zu werden, muss Mann nun ein Lebensalter erreicht haben, in dem die Genze zwischen Stirn- und Kopfhaut zu verwischen droht.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

1. Die Grenzen ihrer Sprache sind die Grenzen ihrer Welt.
2. Ein schönes Gesicht braucht Platz.

Anonym hat gesagt…

Wieso gehst du überhaupt zum Friseur? Kauf dir doch so nen Haarschneidegerät...
So ganz hab ich den Zusammenhang zwischen Sprache und Watte noch nicht verstanden, wahrscheinlich bin ich mittlerweile zu ungeübt im Erörtern...