
Ich weiß nicht, vielleicht bin ich nur das Opfer einer geschickten Feuilleton-Attacke geworden!
Heute habe ich mir „Feuchtgebiete“ von Charlotte Rocher gekauft. Besser gesagt, über Amazon bestellt. Das kam mir diskreter vor, als im gemütlich-biederen Buchladen der kleinen Stadt danach zu fragen. Dort kennt man mich und das Buch sicher auch. Ein „Christaaaa, haben wir für den Herrn Schnabel noch mal `Feuchtgebiete` daaa?“ gekoppelt mit einem Ach-so-Der-verteilt-auf-dem-Spielplatz-sicher-auch-Lollis-Blick kann ich schlecht vertragen. Ich weiß, das ist nicht mutig.
Mein Internet-Verkäufer bescheinigte mir vor der Lieferung schriftlich: Ein Nichtraucherbuch, vorsichtig gelesen. Diese erstgenannte Kategorie-Bildung finde ich wirklich interessant und nützlich. Die Liebste verschmäht Mitschriften rauchender Kommilitoninnen nämlich schon immer ausdrücklich. Was sich bei diesem Band hinter „vorsichtig gelesen“ verbirgt, will ich lieber gar nicht wissen.
Nun liegt Frau Roches Debüt-Roman vor mir. Pinkfarben, Pflaster auf dem Cover, ein wohlwollender Spruch vom intellektuellen Roger Willemsen hinten drauf: „Radikal, drastisch und ebenso zart“ , der Titel in gepunkteter Frakturschrift. Das weiß ich nun eher nicht zu deuten. Und auch mit dem Pflaster habe ich meine Probleme.
Ich beginne zu lesen. Nach wenigen Seiten höre ich auf. Ich weiß nicht recht. Plaudert mich eine junge Frau an, die tabubrechend mit offener und - milde ausgedrückt - unprätentiöser Sprache gegen ein falsches Frauenbild anschreibt, das sich unsere Gesellschaft aufgedrückt hat. Bekanntlich soll es dem Ent-Glorifizieren von Personen ja unheimlich entgegen kommen, wenn man sich diese auf dem Klo sitzend vorstellt.
Heute habe ich mir „Feuchtgebiete“ von Charlotte Rocher gekauft. Besser gesagt, über Amazon bestellt. Das kam mir diskreter vor, als im gemütlich-biederen Buchladen der kleinen Stadt danach zu fragen. Dort kennt man mich und das Buch sicher auch. Ein „Christaaaa, haben wir für den Herrn Schnabel noch mal `Feuchtgebiete` daaa?“ gekoppelt mit einem Ach-so-Der-verteilt-auf-dem-Spielplatz-sicher-auch-Lollis-Blick kann ich schlecht vertragen. Ich weiß, das ist nicht mutig.
Mein Internet-Verkäufer bescheinigte mir vor der Lieferung schriftlich: Ein Nichtraucherbuch, vorsichtig gelesen. Diese erstgenannte Kategorie-Bildung finde ich wirklich interessant und nützlich. Die Liebste verschmäht Mitschriften rauchender Kommilitoninnen nämlich schon immer ausdrücklich. Was sich bei diesem Band hinter „vorsichtig gelesen“ verbirgt, will ich lieber gar nicht wissen.
Nun liegt Frau Roches Debüt-Roman vor mir. Pinkfarben, Pflaster auf dem Cover, ein wohlwollender Spruch vom intellektuellen Roger Willemsen hinten drauf: „Radikal, drastisch und ebenso zart“ , der Titel in gepunkteter Frakturschrift. Das weiß ich nun eher nicht zu deuten. Und auch mit dem Pflaster habe ich meine Probleme.
Ich beginne zu lesen. Nach wenigen Seiten höre ich auf. Ich weiß nicht recht. Plaudert mich eine junge Frau an, die tabubrechend mit offener und - milde ausgedrückt - unprätentiöser Sprache gegen ein falsches Frauenbild anschreibt, das sich unsere Gesellschaft aufgedrückt hat. Bekanntlich soll es dem Ent-Glorifizieren von Personen ja unheimlich entgegen kommen, wenn man sich diese auf dem Klo sitzend vorstellt.
Oder lässt eine überdrehte Dreißigjährige ihre zwangsnaive 18jährige Heldin im Stile einer Fünfjährigen von den Erfahrungen während ihrer spätanalen Phase sprechen? Bei erster Leseart spüre ich Ironie, bei zweiter – mit Verlaub und passend zum Kontext – fühle ich mich verarscht. Doch vielleicht muss ich das Werk erst zu Ende lesen, um es endgültig beurteilen zu können. Gespannt bin ich nun aber weniger.
Übrigens, wer es nicht mehr weiß: Zum schönsten ersten Satz wurde im vorigen Jahr „Ilsebill salzte nach“ gewählt. Der stammt aus „Der Butt“ von Günter Grass. Ob es beim nächsten Mal der Anfang von „Feuchtgebiete“ wird, weiß ich nicht. Der ist weniger kryptisch und lautet: „Solange ich denken kann, habe ich Hämorrhoiden.“
Übrigens, wer es nicht mehr weiß: Zum schönsten ersten Satz wurde im vorigen Jahr „Ilsebill salzte nach“ gewählt. Der stammt aus „Der Butt“ von Günter Grass. Ob es beim nächsten Mal der Anfang von „Feuchtgebiete“ wird, weiß ich nicht. Der ist weniger kryptisch und lautet: „Solange ich denken kann, habe ich Hämorrhoiden.“
Was ich weiß: Frauen sind etwas Schönes.
1 Kommentar:
Andreas:
Zum letzten Satz:
Auch Frauen mit Hämorrhoiden?
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