Noch habe ich keinen Sahara-Staub gesehen, der die Sonne trüben soll, wie es die Wetter-Seher prophezeiten. Nur der warme Wind wehte und verschaffte nicht viel, aber dennoch etwas Kühlung. Und so begab es sich heute, dass wir uns am Stiefelbrunnen niederließen, jener kleinen Kleinstadt-Oase, mitten im sagenhaften Dreieck von Mode-Shop, Tee-Geschäft und Dessous-Boutique liegend, die so mancher Frau als Pilgerstätten bekannt sein dürften. Wir kauften uns eine kalte Erfrischung in der Eisdiele "Venezia" und da ich keine Waffel mag, löffelte ich aus dem pappenen Becher. Und dann passierte es. Unter der Bank abgestellt blies der Wind den leeren Behälter mitten in den Brunnen. Und zwar so, dass sich der geschmolzene Restinhalt auf der Wasseroberfläche rasch unansehnlich ausbreitete. Ich mag nun einmal Schoko! Die Hoffnung, dass keiner der ungefähr zwanzig Erholungssuchenden, die sich um das lustige Wasserspiel im Herzen Döbelns platziert hatten, etwas bemerkt haben konnte, schätzte ich kurzerhand als illusorisch ein. Und schon begann eine besorgte Mutter ihr Barfuß laufendes Kind aus dem Wasser zu scheuchen: "Komm raus, da ist ein Haufen Dreck drin!" Johanna derweil von der anderen Seite zischte: "Guck nicht dauernd hin!" Und ich? Ich? Bin einfach aufgestanden und habe so getan, als hätte ich n i c h t s bemerkt.
Donnerstag, 29. Mai 2008
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
1 Kommentar:
Ach ja, Kai, solche Peinlichkeiten des Alltags passieren halt, solange es kein "Heißer Früchtetraum" war..
Kommentar veröffentlichen