Der 13. Freitag sei ein Glückstag, meint meine Autoverkäuferin des Vertrauens. Und außerdem stehe in der Zuslassung der 13. sowieso drin, selbst wenn wir den Weißen heute nicht holten. Also kauften wir unseren Dacia. Und so geschieht es, dass man bei der EM plötzlich statt auf die Italiener auf die rumänische Elf hält. (Außerdem stammen die einen aus dem Lande Berlusconis und die anderen haben ihren Diktator hingerichtet. Wir werden unseren Wagen also doch nicht Ceauşescu nennen.)
Schulterblick zurück auf heute Nachmittag:
Wir sitzen im Autohaus im neuen Auto. Unser Auto ist funktional. Vier Lüftungsklappen, so groß, dass ich fast meine Hand reinstecken kann. Doch wer greift schon während der Fahrt ins Gebläse. Meine Autoverkäuferin erklärt: "Hier können Sie die Spiegel manuell verstellen. Und hier ist der Schieberegler für die Heizung." "Lässt sich denn ein Hecknetz nachrüsten?" "Natürlich, das gibts auch im Handel." Sie schaut, ob die Scheiben hochgekurbelt sind. "Da ist es sogar billiger als bei uns." So punktet sie bonusmäßig. Der Aschenbecher ist übrigens rund wie eine Tasse. Und er lässt sich auch nach hinten verbannen. Dann hat man vorn zwei Becherhalter. Für heiß und kalt, wahrscheinlich.
Zu Hause stehen wir davor. Weiß ist edel. Und wird schnell dreckig. Wir pimpen das neue Blech mit zwei Erdbeerstickern. Dann überfordert uns die französische Technik in rumänischer Umsetzung doch noch. Die Beleuchtung im Kofferraum geht nicht aus. Das Auto besitzt ganz wenig Schalter. Und erst recht keinen Aus-Button für den Innenraum hinten. Wir studieren die Betriebsanleitung. Finden nichts. Damit morgen die Batterie nicht den Geist aufgegeben hat, beschließe ich, die Glühbirne mittels Schraubendreher auszubauen. Das wird im Beiheft wenigstens beschrieben. Doch dass dies die von den Ingenieuren ersonnene Methode sei, traue ich nicht einmal den Rumänen zu. Ich will mich ans Werk machen und siehe da, das Licht ist aus. Das geschieht nämlich genau nach 30 Sekunden von allein! Wir schauen uns in die Augen und wissen: Mehr Auto brauchen wir wirklich nicht!
2 Kommentare:
Herzlichen Glückwunsch zum Neuwagen und allzeit gute Fahrt!
Nun, ich gebe zu, dass ich mich kürzlich über die Farbe Weiß etwas lustig gemacht habe.
Na ja, ich stelle mir halt vor, dass so`n Auto schnell aussieht wie weiße Hühnereier...
Aber nein!
Weiß – die Farbe des Friedens, der Göttlichkeit, der Unschuld und Reinheit.
Ich werde sicher nächste Woche angesichts des Wägelchens vor Neid erblassen.
Nachtrag:
Ich hoffe doch, dass inzwischen Commander Manfred und Crew im Dacia eingewiesen wurden, ihren Platz und ihre Aufgabe gefunden haben.
Denn nicht nur ein Auto hat eine Seele...
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