Ein schmieriger Ventilator quirlt die feuchte Luft im Halbdunkel des Zimmers. Irgendwo in Indochina. Oder im Kongo. Sonne drückt sich durch die Ritzen des Bambusbaus. Malariageschüttelt wälzt sich der Kolonialbeamte auf seiner fleckigen Matratze. Durchnässtes Hemd. Herz der Finsternis. So ähnlich fühle ich mich dieser Tage in Mitteleuropa. Es gab wohl nie einen Zweifel daran, dass man Kälte besser verträgt als schwüle Hitze. Die Scheiben vom Dacia sind heruntergekurbelt. Heute habe ich gelesen, dass die Amerikaner auch bei weiterem Steigen der Spritpreise nicht aufs Auto verzichten werden. Es ist der letzte Ort, an dem der Mensch mit sich alleine sein kann. Und man hat verschollen geglaubte Fragmente von Fritz Langs "Metropolis" gefunden. Der Film muss völlig neu verstanden werden. Wir haben erst vor zwei Jahren eine restaurierte Fassung gekauft. Brauchen wir jetzt schon wieder eine neue?
Und aus dem fernen Korea hört man auch nichts. Tanzen jetzt alle Asiaten den Rumba? Oder gibt es zur Erheiterung des gesamten Betriebsrats einer größeren Cargo-Firma einen europäisierten Ableger von "Takashis Castle" als morgendliches Warming-Up im Standard-Programm? Mir ist warm!
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