Zwischen all den neuen und alten Eindrücken gestern habe ich vergessen, Wichtiges zu erwähnen. Ich habe Frau Professor Nagelschmidt gesehen. Ein wenig gebückt und gealtert und trotzdem mit hochhackigen Schuhen unterwegs. Ob diese Affinität zur besonderen Fußbekleidung dem Anspruch emanzipatorischer Frauenliteratur gerecht wird, bleibt zu hinterfragen. Vielleicht eignet sich dieses Problem als Thema einer Vorlesungsreihe. Apropos. Freunde, wenn ihr genug von Schule und Amt und zwanghaftem Entertainment in der Chefetage habt, eine W2-Professur ist in Leipzig zu besetzen. "Didaktik der deutschen Sprache und Literatur". Ihr müsstet nur diese Konkurrenz aus dem akademischen Felde schlagen. Hier eine Auswahl an Vorträgen:
Dr. Th. Möbius
"Mündliche Kommunikation in Lehr-/ Lernprozessen im symmedialen Deutschunterricht am Beispiel des literarischen Sehgesprächs"
Dr. Th. Lischeid
"Leseverstehen nichtlinearer Darstellungsformen im Deutschunterricht - Theoretische Modellierung und empirische Überprüfung"
Und - hört, hört - Prof. Dr. André Barz
"Drama und Theater im Deutschunterricht - Desiderata und Didaktische Konsequenzen"
Kommentar:
Erstens:
Ein Sehgespräch kann durchaus zum Erfolg führen, so lange die Klasse nicht aus literarischen Blindgängern besteht. Wenn das Ganze dann aber symmedial erfolgen soll ... Also ich weiß nicht, ob das gut geht!
Zweitens:
Theoretische Modellierung klingt irgendwie nach intellektuell - bunter Knete. Oder?
Drittens:
Das frage ich unseren Duz-Doktor irgendwann gaaaanz leise: Was ist/sind Desiderata? Und wird didaktisch nicht klein geschrieben?
Mein Leipzig lob` ich mir.
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