Einmal im Jahr wendet sich eine Hamburger Wochenzeitung, einigen von Ihnen als "DIE ZEIT" bekannt, dem Thema "Lehrer" zu. Wobei ich dem Blatt nicht unterstelle, dass das immer dann passiert, wenn irgendwo auf der Welt wieder einmal ein frustrierter Schüler Amok gelaufen ist. Die aktuelle Ausgabe titelt "Die Angst der Lehrer". Das Foto zeigt eine Kollegin vor mattem Tafelgrün, verzweifelt, das Gesicht auf ihre Hände gestützt. Da blättert man schon schnell hin, weil man ja aus der Branche kommt, und auf publizistisches Verständnis und journalistische Worte des Beistands hofft. Fehlanzeige. Es geht vordergründig nicht um Berufsstress und Belastung, sondern die Angst vor Kritik und Feedback. Natürlich wird wieder einmal "spickmich.de" bemüht, von denen ich übrigens immer wieder elektronische Post bekomme, weil die mich für einen Schüler halten, heute den Hinweis zum Impfcheck, also ganz nützlich, oder? Jedenfalls behauptet der Erfinder, dass Schüler die einzigen Feedbacker für Pädagogen sein könnten, da sie ja eine ganze Stunde nichts anderes machten, als den Lehrer zu beobachten. Nach ca. 250 Jahre Aufklärung müsste sich der vernunftbegabte Leser aber fragen, ob diese nicht ab und zu auch etwas lernen w o l l e n sollten in diesen 45 Minuten?
Die "ZEIT" entwickelt sich langsam dazu, dass es mit ihr ist wie mit Fleischklößen. Man weiß nicht, was man davon halten soll. Und so habe ich nach der ärgerlichen Lektüre meine Denkkraft damit trainiert, dass ich mich fragte, wie die gebratenen Hackfleischteile eigentlich heißen: Bulette, Fleischklops, Hackbällchen, Kötbullar, "Beffstek"? Die Liebste machte sie jedenfalls mit viel Tomate, Paprika, Pilzen und Zwiebel. Unter dem Aspekt einer beabsichtigten gesunden Ernährung könnte man sie fast "Gemüsebrätling" heißen.
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