Mittwoch, 1. Oktober 2008

Reif für den Oscar?

Gestern sahen wir den Baader-Meinhof-Komplex. In Überlänge. Plus 20 Minuten Werbung vorher. Und Pause dazwischen. Endlich können wir mitreden. Action oder Geschichtsstunde? Weckt der Film Sympathien oder nicht? Wir diskutieren hinterher. Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) machte mir Angst. Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) unterhält. Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) leidet. Bei den nächsten Generationen verliert man leicht den Überblick. Welche deutschen Schauspieler sind eigentlich nicht dabei? Es stimmt, die Staatsmacht bleibt verschwommen. Prügelnde Jubelperser sind ebenso unsympathisch wie ignorante oder sadistische Polizeibeamte. Einzig der Präsident des BKA, Horst Herold, tritt hervor. Doch von Bruno Ganz gemimt, zieht man sofort Paralellen zu einer anderen Eichinger-Produktion, zumal der Bruno mit ähnlicher Minik und Gestik agiert wie im "Untergang". Selbst seinen Teller putzt er im holzvertäfelten Polizeibüro so brav leer wie dazumal im Führerbunker. Und an diesen Stellen muss ich doch schmunzeln. Unpassenderweise. Ist da gewollt?

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Til Schweiger spielt nicht mit. Und die Assoziation mit "dem Untergang" hatten wohl viele... und: Sympathie konnte zumindest ich für keine Partei emfinden. Mein Fazit: Nichts für schwache Nerven der Film.