Vorab einen Tipp. Wenn du eine vernichtende Filmkritik in der Zeitung liest und am Morgen eine noch vernichtendere im Radiofeuilleton hörst, gehe trotzdem ins Kino! Trotz "Zeit"-Verriss ("Effis erster Orgasmus") und Filmbesprechung ("Ich hatte meine erste Kinovorführung, in der es Hohngelächter gab") besuchten wir die Matinee am Sonntag. Auch der besonderen kommunikativen Situation wegen, die kein heimischer Plasmaschirm schaffen könne, so in derselben Radiosendung. Das Publikum war sehr heterogen. Wir fielen - beide - altersmäßig aus dem Besucherrahmen. Einige Zuschauer mögen den alten Fontane noch persönlich gekannt haben.
Und so sahen wir Julia Jentsch als Effi sehr schön über die Dünen der Kurischen Nehrung laufen. Wir erlebten, was der alte Fontane bewusst ausgelassen hat (Vollzug der Hochzeit im ehelichen Gemach ohne rechte Freude, Schauspiel "Schritte vom Wege", Liebesglück mit Ausziehen auf Dünensand). Schade, dass "Effi Briest" nicht mehr im Lesekanon steht. Auch der letzte Schüler (meist hatten die Jungs da ihre Probleme) hätte begriffen, dass die langen Spaziergänge Effis im Strandhafer nicht nur geistige Zersteuung bedeuteten. Und alle hätten lernen können, was Gestaltendes Interpretieren bedeutet. Einiges ist sicher unfreiwillig komisch (Effi: "Nochmal!!") , einiges übertrieben (Effi steckt sich in einem wilhelminischen Café eine Kippe an), doch insgesamt hat uns der Film unterhalten.
Wem das immer noch nicht ausreicht, sei auf diesen Beitrag verwiesen. Besonders mag ich die Sequenz, in der den Freundinnen die spielende Effi "hinzutritt".
Und so sahen wir Julia Jentsch als Effi sehr schön über die Dünen der Kurischen Nehrung laufen. Wir erlebten, was der alte Fontane bewusst ausgelassen hat (Vollzug der Hochzeit im ehelichen Gemach ohne rechte Freude, Schauspiel "Schritte vom Wege", Liebesglück mit Ausziehen auf Dünensand). Schade, dass "Effi Briest" nicht mehr im Lesekanon steht. Auch der letzte Schüler (meist hatten die Jungs da ihre Probleme) hätte begriffen, dass die langen Spaziergänge Effis im Strandhafer nicht nur geistige Zersteuung bedeuteten. Und alle hätten lernen können, was Gestaltendes Interpretieren bedeutet. Einiges ist sicher unfreiwillig komisch (Effi: "Nochmal!!") , einiges übertrieben (Effi steckt sich in einem wilhelminischen Café eine Kippe an), doch insgesamt hat uns der Film unterhalten.
Wem das immer noch nicht ausreicht, sei auf diesen Beitrag verwiesen. Besonders mag ich die Sequenz, in der den Freundinnen die spielende Effi "hinzutritt".
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