Man wähle die Wochen, in denen weder die Brandenburger noch die Berliner Ferien haben und fahre an die Ostsee, die dann so ist, wie sie sein muss. Die Duschräume sind leer, man findet seinen Lieblingsstellplatz für´s Zelt und am Meer baut man die Sandmuschel auf und fühlt sich wie Robinson. Es passiert nur in außergewöhnlichen Fällen, dass sich eine Familie aus Baden Württemberg fünf Meter neben einem zum Sonnen anschickt, die Mutti keusch verhüllt, der Vati und die Söhne, acht und elf, bis knapp unter den Nabel bebadehost, in die Wellen rennen, um das Erlebnis nachher laut und ausgiebig zu erörtern. Nun ist es vielleicht keine typisch deutsch-deutsche Problematik, denn nerven können auch nörgelnde Sachsen und qualmende Anhaltiner, aber man merkt die unterschiedliche Sozialisation schon noch in den Grauzonen des nicht ausdrücklich ausgeschriebenen FKK-Strandes. Deutlicher wird es dagegen auf dem Zeltplatz. Zwei langhaarige Kinder, die Liebste identifiziert eines davon als Mädchen mit rauer Altstimme, umschleichen unser Auto. Und tags darauf fragt der Vati, was das denn für eine Marke sei. Ein DAT-Z-IA, wie er es ausspricht. Während die Liebste insgeheim nach sprachwissenschaftlichen Erklärungen bezüglich der Aussprache sucht (In den slawischen Sprachen spricht man nach den Vokalen "tsch", aber Rumänisch ist ja keine solche, sondern korrekt dem Lateinischen folgend, müsse man DAKIA sagen.), versuche ich darzulegen, dass diese Autos gar nicht so selten seien (... im Osten - das lasse ich aber weg!). Und er sagt, dass es sich mit Kraftfahrzeugen gar nicht so gut auskenne. Mein "Dann noch schönen Urlaub!" ignoriert er, da sein geschlechtlich undefinierbares Kind schon etwas anderes entdeckt hat.
Ansonsten fahren wir Rad auf der Deichkrone des Fischlands, schauen uns unter Freiluft alte Katen an (Museum Klockenhagen- sehr zu empfehlen), essen Fisch und Ofenkuchen am Bodden, kommen an "Europas größtem privaten Pilzmuseum" (Marco-Polo-Tipp!!!) nur bis zum Tor (Es wird ein bisschen zuviel mit der Stimme des Reiseführers geworben!!), liegen lesend am Strand und bei Regen im Zelt (Wir sind in einer Lebensphase, in der Camping nur im mannshohen Mehrkabinenzelt Spaß bereitet.), klettern auf der MS "FRIEDEN" umher (Deutsches Schifffahrtsmuseum in Rostock - unser Tipp! Zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung feiert man im Rumpf des Dampfers, dort wo nicht jeder Besucher hingelangt, museumspädagogisch seit zwei Dekaden kaum verändert, noch immer ungebrochen die Schöpferkraft der Werktätigen der Warnow-Werft zum Wohle unserer Republik.), gucken in Stralsund lebendigen Fischen im OZEANEUM zu (und den gelangweilten Vierjährigen, die nach der dritten ausgestopften Robbe lieber gegen die Scheiben wummsen), rühren Bohnensuppe und Ravioli im Alutopf um und schauen uns glücklich an. Und dem Wasser zu, wie es endlos an den Strand spült.
Ansonsten fahren wir Rad auf der Deichkrone des Fischlands, schauen uns unter Freiluft alte Katen an (Museum Klockenhagen- sehr zu empfehlen), essen Fisch und Ofenkuchen am Bodden, kommen an "Europas größtem privaten Pilzmuseum" (Marco-Polo-Tipp!!!) nur bis zum Tor (Es wird ein bisschen zuviel mit der Stimme des Reiseführers geworben!!), liegen lesend am Strand und bei Regen im Zelt (Wir sind in einer Lebensphase, in der Camping nur im mannshohen Mehrkabinenzelt Spaß bereitet.), klettern auf der MS "FRIEDEN" umher (Deutsches Schifffahrtsmuseum in Rostock - unser Tipp! Zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung feiert man im Rumpf des Dampfers, dort wo nicht jeder Besucher hingelangt, museumspädagogisch seit zwei Dekaden kaum verändert, noch immer ungebrochen die Schöpferkraft der Werktätigen der Warnow-Werft zum Wohle unserer Republik.), gucken in Stralsund lebendigen Fischen im OZEANEUM zu (und den gelangweilten Vierjährigen, die nach der dritten ausgestopften Robbe lieber gegen die Scheiben wummsen), rühren Bohnensuppe und Ravioli im Alutopf um und schauen uns glücklich an. Und dem Wasser zu, wie es endlos an den Strand spült.

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