Montag, 4. Januar 2010

Winterfreuden

Der Vorteil eines Balkons ganz oben besteht im Sommer darin, unterm offenen Sternenhimmel im Schlafsack zu liegen. Im Winter schneit es dagegen ungehemmt auf den Vorbau. Und so bilden sich mächtige Wächten, die unbedingt zu räumen sind. So dachte ich mir gestern jedenfalls. Akademiker wie wir schieben die weißen Massen nicht einfach so über den Rand und lassen diese lawinenartig auf den Hof und den Unter-Mieter abgehen. Menschen mit Hochschulabschluss denken nach und entsorgen den Schnee so:


Als in den Geisteswissenschaften Tätige haben wir die physikalischen Gegebenheiten leider unterschätzt. Unser privater Gletscher war nach zwölf Stunden erst auf die Hälfte abgeschmolzen. Und das auch nur, weil wir die Gegebenheiten einer größeren globalen Katastrophe künstlich herbeigeführt haben: Heizung auf fünf und alle Stunde heißes Wasser auf den Haufen. Ein ökologisches Desaster!
Heute Morgen zum Duschen war der Schnee weitgehend verschwunden. Dafür sah die Wanne so aus, wie wir es aus diversen Messi-Dokumentationen kennen, die ab und zu auf den privaten Sendern laufen. Dreck!

Erkenntnisse des Tages:
Ich werfe mich nicht mehr in den Schnee und lecke auch nicht dran, selbst wenn er frisch gefallen ist.
Eigentlich gibt es gegen eine gepflegte Lawine unter Aufsicht nichts zu sagen.
Ich freue mich auf den Sommer.

1 Kommentar:

Melanie hat gesagt…

Lieber Herr Schnabel,
Sie hätten den Schnee auch einfach essen können. Das riet nämlich der freundliche Nachrichtensprecher im Radio auf meinem Schulweg: "Zwischensnack - Kinder sollten ruhig ab und an Schnee essen."
Das nächste Mal also einfach in praktische Tupperdosen verpacken und an die Schüler verteilen. Die freun sich bestimmt.