Freitag, 5. Februar 2010

Recherche-Nebenprodukt

Hallo, liebe Kinder, stellt euch eine Zeit vor, in der es nur drei Fernsehprogramme gegeben hat. Da passte das gesamte Wochenprogramm auf eine Seite. Die illustrierte Fernsehzeitung hieß "Hörzu" und hierzulande konnte sie nur der lesen, der einen Onkel im Westen hatte (oder eine Tante). Ansonsten wurde fleißig mitgeschrieben. Denn am Samstag- und Sonntagvormittag lief extra die Programmvorschau. Eine seriöse Frau (oder ein Mann) verlas auf einem wohligen Sessel sitzend das, was in der nächsten Woche ausgestrahlt wurde. "Ausstrahlen" sagte man früher, wenn "gesendet", "läuft" oder "kommt" gemeint war. Und um 23 Uhr folgte meist der Sendeschluss. Dann flackerte nur noch das Testbild eine Weile.
Übrigens, die Sesamstraße gab es damals schon, auch Die Biene Maja und den Michel aus Lönneberga. Ansonsten guckten wir Kimba, der weiße Löwe (ein bisschen wie König der Löwen), Dick und Doof oder Wim Thoelkes Der Große Preis (mit Wum und Wendelin und Walther Sparbier). Gar nicht ging Mosaik, denn das war die Sendung für die ältere Generation. Wiederholungen wurden extra hervorgehoben (Wdhlg.), genauso die Sendungen in "schwarz-weiß" und "für Ausländer und Deutsche". Und die Soaps nannte man dazumal "Serien".
Ich mochte Die Waltons. Wegen der coolen Latzhose vom Grand-Pa und den unnachahmbaren Autohupen.
Also dann: "Gute Nacht, John Boy!"

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