Mittwoch, 17. März 2010

Ein Grenzfall

Super-Illu deklamiert: Das Fernsehereignis des Jahres! Die Liebste verweigert sich der Fortsetzung nach durchstandenem ersten Teil: "Das ist ja hanebüchener Unsinn." Ich gucke den zweiten Teil und weiß, dass sie recht hat. Quatsch mit Starbesetzung. Unser Mann in Hollywood, der große Thomas Kretschmann, verkörpert einen Glimmer-Nazi, der sich ganz Mecklenburg-Vorpommnern bemächtigen will. Von einem stylischen Sekten-Tempel aus - der Küstenliebhaber erkennt das Ozeaneum in Stralsund sofort - agiert er mit seinen Geld-Millionen und weiß beanzugten Jüngern in der von Einheit und Krise arg gebeutelten Stadt Rostock. Er besitzt nicht nur den Medienbonus sondern auch die totaaale Überwachungshoheit. Nur die "Neue Linke" bietet ihm Paroli. Und die wird von der Kanzlerin - im knappen Kostüm Katja Riemann - aus dem sonnigen Berlin unterstützt. Der militante Widerstand formiert sich derweil unter dem Ex-NVA-Major Uwe Kokisch, der mit 48-Stundern-Bart in Che-Guevara-Manier daherkommen will, dessen Uniform aber so neu aussieht, als stolpere gerade ein "Glatter" von der Einkleidung. Während die Bösen im weißen Armani-Zwirn hinter Computertechnik hocken, campieren die Guten im Guerilla-Look ums flackernde Feuer der Hinterhöfe. Revolutionsromantik im urbanen Dschungel.
"Erschreckend realistisch!", so kann man lesen. Bloße Unterhaltung, denke ich. Da hilft auch nicht, wenn der Ticker wie echt übers NTV-Fernsehbild schleicht. Und MeVoPo wird sich bedanken. Welches Rentnerehepaar aus dem Schwarzwald möchte jetzt noch Strandwanderungen auf dem Darß unternehmen?

2 Kommentare:

Frank hat gesagt…

Ich hab's gar nicht erst gesehen - wohl besser so, aber eigentlich will ich etwas ganz anderes loswerden : Sind wir uns bitte einig, dass es heute DER Tag ist?

marie hat gesagt…

nur für die angestellten im öffentlichen dienst, arbeiter in der freien wirtschaft sitzen bis abends im büro...