Donnerstag, 27. Mai 2010

Trotzdem angekommen

Als Döbeln damals über Nacht in den Wassern der Mulde versunken war, hatte ich am Morgen noch nichts von der Katastrophe mitbekommen. Außer dass der Wasserdruck für die Spülmaschine so niedrig war, dass ich genervt bei Siemens anrief. Darauf bin ich übrigens bis heute nicht sonderlich stolz. Doch habe ich als Sühne in den Tagen darauf fleißig Kindergärten und Kaufhallen entschlammt und besagtes Haushaltsgerät endgültig aus meinem Leben entfernt.
Auch vom Tornado von Großenhain hatte ich bis gestern noch keine Ahnung. Es rächt sich eben, dass man keine regionalen Nachrichten bezieht. Die "Ausläufer" des Unwetters erreichten mich erst auf einer Bahnhofsbank in Priestewitz. Auf dieser harrte ich zweieinhalb Stunden aus, um auf einen Zug nach Hoyerswerda zu hoffen. Und dabei milde darüber zu sein, weil ich weiß, dass meine kleine persönliche Betroffenheit nicht an den umgestürzten Bäumen, den zerstörten Gärten und abgedeckten Häusern zu messen sei. Diese Milde konnte ich aber auch bestens mit der Wut kompensieren, die ich gegen die Deutsche Bahn aufbauen durfte: Keine Information, wenn man von dem "Da-fährt-jetzt-nischt" absieht, das ein Männlein mit Uniform aus seinem Bahnerhäusel bläkte. Kein Aushang, keine Durchsage ... Was für ein Unternehmen?

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