Mittwoch, 11. August 2010

Die Tücken des Lebens

Gestern stand unser Fahrradweg zum Cospudener See auf einmal unter Wasser. Das war natürlich nicht mit den Überflutungen in Ostsachsen und unseren Nachbarländern zu vergleichen, wohl aber ein Hinweis darauf, dass auch im Leipziger Umland die Flutwiesen überspült wurden. Das Wasser stand sauber und klar vier Hand hoch über dem Asphalt. Das ekligste waren die toten Nacktschnecken, die am Boden sacht hin und her wogten. Und trotzdem staunten die Radler nicht schlecht. Und dann waren folgende Problemlösungsstrategien zu beobachten:
1. Stehen bleiben, gucken, zurückfahren.
2. Schuhe aus, Hose hochkrempeln, langsam hindurchfahren.
3. Schuhe anbehalten, Anlauf nehmen und schnell hindurchfahren.
4. Schuhe aus, Hose hochkrempeln und nacktfüßig vorsichtig durchschieben.

Während erste Variante von miesepetrigen Rentnern favorisiert wurde, bevorzugten Kinder und Halbwüchsige die dritte Lösung. Gesetzte Erwachsene gaben 2. den Vorzug (so auch ich, obwohl mich 3. auch gereizt hätte, wäre nicht der Zipfel Restangst, vor aller Augen an einem nicht georteten Unterwasserhindernis hängen zu bleiben, stärker gewesen als das Lustprinzip). Eine gewisse Entschädigung bot aber folgendes Schauspiel:
Eine ältere Dame im hellen Sommeroutfit hatte unter besonders vorsichtiger Anwendung der Variante 4 gerade die Hälfte des Wegs tippelnd hinter sich gebracht, als ein selbstvergessener Drittklässler sie mit vollem Schwung in 3. passierte.
Das lustig zu finden, ist kein schöner Charakterzug, ich weiß. Doch der Spaß war - ausgenommen für die Frau - ein durchaus kollektiver.

1 Kommentar:

steffi hat gesagt…

Hi, hi.... Schön, so was Lustiges nach der ersten Schulwoche zu lesen.
Es gibt aber auch noch Variante 5:
Schuhe anbehalten, Hose hochkrempeln, langsam durchfahren.
Das erhöht die Adrenalinzufuhr!
V 5 mussten wir im Mai auf dem überfluteten Elbradweg Richtung Pillnitz anwenden.
Das kommt davon, wenn man Vollverbotsschilder auf besagtem Wege bewusst missachtet...
Aber Verbotenes lockt halt immer...auch das Austesten, ob man Balance und Nerven behalten kann !
Nun ja, wenn die Schuhe doch nass geworden wären: Bisschen Survival - Training a la Rüdiger Nehberg schadet niemandem :-)