Seit Wochen sind in unserm Treppenhaus fünf Glühlampen ausgefallen. Das ist ärgerlich. Ich bin in einem Alter, in dem man(n) einen Treppensturz eben nicht mehr so ohne Weiteres wegsteckt. Und obwohl ich auch Sohn eines Bergmanns bin, kommt es nicht in Frage, mit einer Grubenlampe allmorgenlich die vier Stockwerke hinabzusteigen. Deshalb war ich heute Morgen sehr froh, den Hausmeister anzutreffen und ihn genau 5.30 Uhr auf den Beleuchtungsmangel hinzuweisen. Seine Reaktion war keineswegs panisch-aktionistisch. Er wisse das schon. Es kämen bald auch die Elektriker. Seine Leiter sei zu klein. Da steht der Mieter da und kann sich wenigstens daran erfreuen, seine Beschwerde kundgetan zu haben. Heller wird´s dadurch nicht. Und Zeit habe ich auch keine mehr.
Auf dem Rad Richtung Bahnhof verhalte ich mich entsprechend der Regeln: Nicht bei Rot. Kaum auf dem Fußweg. Und immer mit Licht! Und dann fällt mir doch meine MacGeiz-Rückleuchte ab. Knallt auf die Straße und wird von einem Auto knirschend zu Kunststoff-Gekrümel zerfahren. Wie groß bitte ist die Chance, einen vier mal fünf Zentimeter großen Gegenstand im Dunkeln mit seinem Reifen zu treffen? Das war ABSICHT! Nun ist es auch hinten an meinem Fahrrad finster. Ich rufe die Götter des Asphalts an, die Beschützer der Velozipeden, die Schutzgeister aller auf zwei Räder unterwegs Seienden: Auf dass sich spitze Reflektor-Plastik in den Pneu des Kraftfahrwagens bohren möge. Langsam. Unbemerkt. Tief. Und sein Besitzer heute Nachmittag verzweifelt auf den platten Dunlop blickt.
Inzwischen denke ich ernsthaft darüber nach, mir eine dieser von Sascha Nordmeyer erfundenen Kommunikationsprothesen zu bestellen. Mit solch gewinnendem Lächeln überwindet man auch den miesesten Wochenbeginn.
Inzwischen denke ich ernsthaft darüber nach, mir eine dieser von Sascha Nordmeyer erfundenen Kommunikationsprothesen zu bestellen. Mit solch gewinnendem Lächeln überwindet man auch den miesesten Wochenbeginn.
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