Donnerstag, 23. September 2010

Haushaltslage

Freude und Leid liegen manchmal so nah beieinander. Das glaubt man kaum. So schlug mein Herz heute Nachmittag freudige Purzelbäume, als ich gewahr wurde, dass nach sieben Wochen, vier Tagen und fünfzehn Stunden endlich fleißige Handwerker zugange gewesen sein mussten, um das defekte Ventil am Warmwasserrohr im Kellergang auszutauschen. Nun fragt sich der geneigte Leser sicherlich, was mich das überhaupt anginge und wieso mir die Behebung dieses Schadens solch Glück bereitet. Die Antwort folgt hier: Ich benutze den Kellergang jeden Tag. Aus dem Rohr tröpfelte es am Anfang ganz sacht, ich denke so im 1/16ner-Takt. Daraus wurde schnell ein 1/8el-Rhythmus und in der letzten Zeit 1/1. Anders ausgedrückt, leerte ich vorher den drunter gestellten Eimer alle zwei Tage, so musste ich ihn letztens jeweils früh und abends auskippen. Zwischen Entdeckung, erstem sprießenden Grün aus den Bodenziegel-Ritzen und stetig-täglichem Ärger-Grummeln lagen vier Anrufe bei der Hausverwaltung und zwei direkte Aufforderungen an den Hausmeister in den entsprechenden Dringlichkeitsstufen. Und heute ist es vollbracht. Und das macht mich froh. Weniger geglückt ist mir eine Stunde später der Versuch, eine Fliege zu erschlagen, die sich in der Küche verschanzt hatte. Zwar traf ich das lästige Vieh nach fünf Schlägen mit der zusammengerollten "ZEIT" final, doch erwischte ich auch die Drehschalter unseres Herdes. Das wiederum habe ich erst mitbekommen, als ich nach der Jagd beim Kaffee zu Küchen-Tische saß. Leise knisterte und knatterte es hinter mir und seitdem ziert Brandfleck Nummer drei unserer Herdplattenabdeckung. WAS DA PASSIEREN KANN! Ich hoffe jetzt, dass unser Versicherungsvertreter diesen Text nicht zu lesen bekommt, denn dann hebt er die Hausrats-Beiträge aufgrund erhöhten Sicherheitsrisikos sicher an. Zum Ausgleich biete ich ihm hiermit die Exklusiv-Rechte an dieser Geschichte an. Die darf er dann notorisch Unterversicherten jedes Mal als Schreckensszenarium auf den Verhandlungstisch knallen: "Also, bedenken Sie! Sie erschlagen eine Fliege, setzen dabei unbemerkt Ihren Herd in Gang, der die aufliegende Holzplatte entzündet, die dann die Wohnung abfackelt, wobei das Feuer auf die umliegenden Gebäude übergreift und das Tanklager zwei Straßen weiter zur Explosion bringt und ...!"

3 Kommentare:

steffi hat gesagt…

Hättste "meine" elektrische Fliegenklatsche genommen, dann wäre die Fliege verbrutzelt, aber nicht der Herd!

In eigener Sache hat gesagt…

Du hast recht.
Doch nachdem ich in der letzten Saison beim Wespen-Doppel eine recht gekonnte Rückhand entwickelt habe, ist die Batterie heuer dermaßen schwach, dass die Viecher problemlos aus den Metallmaschen durchstarten.

marie hat gesagt…

Ventilerneuerung hat zur Folge: Das heiße Wasser ist braun. Und das geht nicht weg! Badewillig habe ich überlegt, mich selbst mit grünem Kräuterbadezusatz zu beschummeln, aber das ist dann doch zu unheimlich.