Der Umfang der uns täglich zugesandten Zeitung sprengt nicht nur den Briefkasten, sondern droht auch regelmäßig den Sammelstapel zu übertürmen. Das liegt vordergründig an den Beilagen. Die beiden Großanbieter für elektrische Geräte übertrumpfen sich mit ihren Neujahrs-Prospekten und auch Galeria-Kaufhof-Cloppenburger und Co. haben jeden Tag etwas zu bewerben, was man zu Weihnachten nicht geschenkt bekommen hat. Dazu gesellen sich noch diverse Kleinanzeigen in praktischer Postkartengröße. Unter anderem sucht ein Fitness-Center neue Kunden. Webestrategisch fällt denen aber nichts Neues ein. Ein Personal-Trainer im ethnostylischen Sportleibchen offeriert seine Bi-Tri- und Was-weiß-ich-Zepts. Er sieht aus wie Donkey Kong, der seinen Namen nicht schreiben kann. Und hinter ihm grinsen zwei Weibchen mit Sport-BH willig in die Kamera. Bitte, liebe Werbegestalter, was soll denn da beim Betrachter ausgelöst werden, der beim Frühstück seine Zeitung liest? Will er etwa so aussehen? Soll er sich bedroht fühlen? Oder handelt es sich doch um eine verkappte Schokoladenwerbung?
Sonntag, 9. Januar 2011
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