Mittwoch, 12. Januar 2011

Doch lieber Radio „Nur für Erwachsene“

Auf dem Weg zur Arbeit muss ich an diesem Plakat vorbei. Der erste private sächsische Radiosender wirbt um seine Hörerschaft. Nun gebe ich ja zu, dass die alte kindliche Vorstellung vom Männlein, das im Radio sitzt, einen gewissen Charme besitzt. Ich erinnere mich auch an eine Hörspielfolge, ich glaube, es war Clown Ferdinand, in der er den Stöörrrrteufel durch eine Reise ins Innere des Radioapparates besiegte, …. Die war so lustig. Auch mag es ja sein, dass Radio-PSR für nicht wenige im Freistaat der ständige morgendliche Begleiter ist. Ich kenne persönlich auch jemanden! Doch das, was hier ins Bild gebracht wird, treibt mir kalte Schauer über den Rücken und die Härchen auf dem Arm richten sich auf. Man stelle sich das Szenario vor: Während man morgens verschlafen am Küchentisch sitzt, ein bisschen bibbernd möglichst wenig Fuß mit den kalten Fliesen in Berührung kommen lassen will, seine heiße Tasse Kaffe schlürft und sein Marmeladenbrot kaut, hockt da neben einem, hinter der Gipskartonwand, dort wo die Rohre ihre kühle Feuchte ausschwitzen, die ganze Zeit einer lauernd, um bei nächster Gelegenheit grinsend durchzubrechen.

Man wisse ja, dass Werbung übertreibt, wirst du jetzt sagen, geneigter Leser. Das ist mir noch nie passiert! Doch rate ich dir: Nimm nächstens ein Glas, schleiche dich an die Wand, setze es vorsichtig an und horche… Jetzt weißt du, was kafkaesk bedeutet.

1 Kommentar:

Frank hat gesagt…

Du kennst einen PSR-Hörer? Schäm dich!