Freitag, 22. April 2011

In aller Freundschaft

Leipzig macht seinem berühmten Studenten Goethe alle Ehre. Schon am Donnerstag tümmelt sich alles Volk in Breit und Länge auf den Straßen herum. Ich entfliehe der quetschenden Enge, um statt mit einem Bummel die Wartezeit beim Friseur mit einem Blick in die bunte "Fachpresse" zu überbrücken. Die "Super-Illu" feiert mit Hilmar Thate fröhlich Geburtstag und deckt mit einer Reportage über die erfolgreichsten mitteldeutschen Fernseh-Ärztinnen in Afrika den Bereich Nächstenliebe passend zum österlichen Fest ab. Nun verfolge ich "In aller Freundschaft" seit 10 Jahren nicht mehr und weiß, dass sich diese Serie einer großen Fan-Gemeinde erfreut, doch: Dieses maskengebildete Lächeln neben einem schwarzen Kind ("Cheryl Shepard hat dabei einen kleinen Freund gefunden.") ist geschmacklos. Das inszenierte Provisorium in Doppelstockbetten einfach widerwärtig ("Leben auf engstem Raum: Alexa, Hendrikje und Cheryl in ihrer Kajüte."). Und gestreifte Arbeitsschürzen, die aussehen, als wären sie frisch aus der Verpackung genommen, eine gebügelte Lüge ("Von Glamour keine Spur!"). Bei aller Liebe!

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