Samstag, 27. August 2011

Nicht geeignet für Kinder unter 5 Jahren

Wenn man 6 Wochen auf dem "Zauberberg" war, erkennt man seine Stadt kaum wieder. Eine meiner Lieblingsbuchhandlungen macht dicht. Die Kirchgemeinde sieht den Laden an der Thomaskirche als nicht mehr rentabel an. Dafür eröffnete in der Messehofpassage ein neues Getränke-zum-Mitnehmen-Geschäft. BoboQ Tea & Café kommt asiatisch daher und es gibt im stylischen Ambiente leckeres Zutrinken in kalt und hot. Milk Tea, Yoghurt, Juice Tea. Wir entschieden uns für Flavored Milk Kiwi bzw. Red Guave. Wer jetzt denkt, es handle sich um eine schnöde Mix-Milch, dem sei gesagt, dass es auf das Topping ankommt. Das sind kleine Kügelchen in unterscheidlichen Fruchtsorten, welche die Konsitenz von großen Fischeiern oder Hamsteraugen aufweisen. Diese zutscht man durch kinderfingerdicken Strohhalme und zerdrückt sie dann am Gaumen, damit die verkapselte Flüssigkeit ihren süßen Geschmack ausbreiten kann. Ich will gar nicht richtig wissen, wie die Dinger hergestellt werden und auch die ausdrückliche Warnung (siehe Überschrift) lässt eher Fragen aufkommen. Die ersten zehn schmecken auch noch ganz gut - ich hatte Litchi -, die letzten werden dem BoboQ-Anfänger dann doch etwas viel. Und da diese "Bubbles" schwerer als Milch sind, bestimmen sie den Bodensatz am Ende des Trinkerlebnisses.
Ich muss zugeben, dass ich nur schwer dem Drang widerstehen konnte, die Fruchtkugeln durch den Trinkhalm auf umgekehrten Weg an die Scheibe von C&A zu spucken. Schließlich hat man als Vater eine bestimmte Vorbildfunktion inne. Der Selbstversuch reduzierte sich also bloß in einem kontrollierten Schuss in den Becher. Ein mächtiges "Flatsch" bewies die Waffenfähigkeit des Geschosses.
Wenn jugendlicher Protest sich also nächstens in der Passage in Frucht-Paint-Ball-Schlachten entlädt, soll niemand sagen, es hätte keine warnende Stimme gegeben.

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