Mittwoch, 2. November 2011

Dinge, die mein Baby braucht - ein klitzekleiner Ratgeber

Heute: Der Schnuller,
auch Nuckel, Nuggi, Dudu oder fachwörtlich Beruhigungssauger (Der Ausdruck Saugberuhiger erscheint, wenn man ihn googelt, nur ein einziges Mal! Bemerkenswert!). Bei uns heißt er "Schnuffi", abgeleitet von den Geräuschen, die beim Gebrauch entstehen. Siehe dazu auch Maggie Simpson.
Der Schnuller simuliert bekanntlich die mütterliche Brust und befriedigt den Saugtrieb des Heranwachsenden vordergründig in seiner oralen Phase. Dass dieses Bedürfnis auch darüber hinaus durchaus weiter existiert, beweisen die abgelutschten Füllerverschlüsse und zerkatschten Bleistiftenden bis weit in die gymnasiale Oberstufe hinein. Im Gegensatz zum auch häufig favorisierten Daumen lässt sich die spätere Entwöhnung vom Schnuller weitaus unspektakulärer inszenieren. Das kann ein gewisser Konrad nur bestätigen.
Sehr kritische Kritiker warnen in ausgewählten Fachzeitschriften dagegen vor den Folgen übermäßigen Schnullergebrauchs, indem sie einen Bogen vom kleinkindlichen Nuckeln zum Kompensationsverhalten (Zigarette, Bierflasche) im Erwachsenenalter schlagen. Naja.
Gleich zu Beginn werden junge Eltern vor eine Grundsatzentscheidung gestellt: Silikon oder Kautschuk? Dieses Problem verliert sich aber im Babyalltag. Wichtiger ist es dann, zum richtigen Zeitpunkt stets einen Schnuller zur Hand zu haben - nämlich bevor die Stimmung des süßesten Familienmitgliedes kippt. Deshalb liegen an strategisch ausgewählten Punkten immer Nuckis verteilt in der Wohnung herum. Natürlich abgekocht und damit keimfrei. Die Kunst besteht nun darin, nach einer Weile die frischen von den ausgespuckten zu unterscheiden. (Hinweis für ganz junge Eltern: Die mit den Flusen dran, nicht noch mal ins Mündchen schieben!) Das Abkochen ist wiederum eine logistische Herausforderung. Es ist zu vermeiden, alle Schnullis auf einmal ins kochende Wasser zu werfen. Denn die Dinger müssen ja auch wieder abkühlen. Darüber hinaus sollte der Tee-Freund oder Kaffee-Liebhaber regelmäßig in den Wasserkocher schauen, bevor er sein Heißgetränk aufbrüht. Sonst kann es passieren, dass die Krönung oder der Prodomo etwas käsig oder kodderig schmeckt.
Faszinierend ist letztlich immer wieder, mit welchem Variantenreichtum die Kleinen mit ihrem liebsten Freund umgehen. Neben dem lässigen Dranrumnippeln (Schnuller liegt mit der Rückseite halbwegs auf dem Kinn, Baby erreicht die Saugzone nur mit der Zungenspitze) gibt es zum Beispiel das lustige Wegfluppen (nach drei bis vier tiefen Beruhigungszügen schnellt Baby seinen Sauger im hohen Bogen auf sein Bettlaken und hofft, dass es ihm einer wieder in den Mund steckt) oder das abdruckproduzierende Festmachen (man könnte Baby am Schnullerring aus dem Körbchen heben, tut man aber nicht, da die roten Stellen um den Mund schon so nicht schön aussehen).

1 Kommentar:

OE. hat gesagt…

...ich genoss das "Konrad Vergnügen" unverletzt bis in die ersten Schuljahre. Vater, von Beruf Schneider! war im Krieg.