Letzte Woche verirrte ich mich beim Spät-noch-mal-Zappen auf "Spartacus - Blood and Sand". Und da ich für die Gerechtigkeit kämpfende Männer in Sandalen schon als kleiner Junge ganz gut fand, blieb ich hängen. Doch was musste ich sehen? Vorbei die Zeiten, als Kirk Douglas mit blauen und brechendem Auge vom Kreuz an der Via Appia blickte. Und der junge Peter Ustinov in seinen Rollen als Nero aus "Quo vadis" und Gladiatorenbesitzer zu Capua vor meinem inneren Auge zum Prototyp des wahnsinnigen Römer verschmolz.
Freitags gibt es statt dessen in Doppelfolge glänzende Männerkörper, die allesamt aus einer Mucki-Bude entsprungen erscheinen. Schwertstreiche in Slow-Motion fabrizieren Tarantino-Blut-Fontänen. Die Bildästhetik lehnt sich in ihrem comicartigen Surrealismus an "300" an. Der Ausbilder und Vor-Gladiator erinnert an den typisierten Drill-Sergeant des in den 80ern/90ern so beliebten Genre "US-Soldatenfilm" - er ist stolz und hart und schwarz und am Ende einer, auf den "Mann" sich verlassen kann.
Während die Gladiatoren mit mahlendem Kiefer vollkommen ironiefrei pathetische Worte von sich geben, sind die Frauen meist lüstern und wollen den schwitzenden Kämpfern dauernd unter den eh sehr knapp sitzenden Lendenschurz. Jedenfalls wenn sie der herrschenden Schicht angehören. Und der Hausherr gerade unterwegs ist, um lästige Konkurrenten hinterrücks meucheln zu lassen.
Das Weib aus dem Volke jubelt mit freiem Oberkörper von den billigen Plätzen dem Töten in der Arena orgiastisch zu, wenn sie nicht als Hure gerade auf offener Straße und an eine Hausmauer gelehnt geschäftlich zugange ist.
Dieses Bild der antiken Gesellschaft würde unserem alten Goethe wohl so gar nicht in sein Weimarer-Klassik-Konzept passen. Gut, es ist halt die Perspektive amerikanischer Fernsehschaffender. Norbert Wehrstedt von der LVZ fand sich in seiner Rezension jedenfalls gut unterhalten und lobte die prächtige Ausstattung der Serie.
Na ja, ich habe sie mir ja auch angeguckt. Irgendwann hat man als geschichtsinteressierter Zuschauer eben auch mal die Nase voll von den andauernden Guido-Knopp-Hitler-Dokus im ständigen Schwarz-Weiß auf Phoenix und N24.
Während die Gladiatoren mit mahlendem Kiefer vollkommen ironiefrei pathetische Worte von sich geben, sind die Frauen meist lüstern und wollen den schwitzenden Kämpfern dauernd unter den eh sehr knapp sitzenden Lendenschurz. Jedenfalls wenn sie der herrschenden Schicht angehören. Und der Hausherr gerade unterwegs ist, um lästige Konkurrenten hinterrücks meucheln zu lassen.
Das Weib aus dem Volke jubelt mit freiem Oberkörper von den billigen Plätzen dem Töten in der Arena orgiastisch zu, wenn sie nicht als Hure gerade auf offener Straße und an eine Hausmauer gelehnt geschäftlich zugange ist.
Dieses Bild der antiken Gesellschaft würde unserem alten Goethe wohl so gar nicht in sein Weimarer-Klassik-Konzept passen. Gut, es ist halt die Perspektive amerikanischer Fernsehschaffender. Norbert Wehrstedt von der LVZ fand sich in seiner Rezension jedenfalls gut unterhalten und lobte die prächtige Ausstattung der Serie.
Na ja, ich habe sie mir ja auch angeguckt. Irgendwann hat man als geschichtsinteressierter Zuschauer eben auch mal die Nase voll von den andauernden Guido-Knopp-Hitler-Dokus im ständigen Schwarz-Weiß auf Phoenix und N24.
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