Schon vor Monaten hat der Kneechee eine Playmobil 1-2-3-Bahn geschenkt bekommen. Denjenigen, die nicht wissen, was Playmobil 1-2-3 heißt, sei nur kurz erklärt: Bevor der Heranwachsende in die unfassbare Playmobil-Welt eintaucht, so mit vier oder fünf Jahren, wird er durch Playmobil 1-2-3 "angefixt". So würde es jedenfalls ein Markenverächter ausdrücken. Ich dagegen bevorzuge eine wohlwollendere Erläuterung: Die Männlein sind knuffiger. Die Fahrzeuge unkaputtbarer. Und die Kleinteile unverschluckbarere, weil nämlich nicht vorhanden. Wir haben neben dem Rennauto, dem Flugzeug, dem Bus, der Rakete, dem Laster, dem Müllauto und dem Radlader auch einen Bauernhof und einen Spielplatz.
Doch um auf die Bahn zurückzukommen: Es ist seine erste elektrische Eisenbahn. Und was wäre Weihnachten ohne elektrische Eisenbahn. Erste Startversuche hatte es freilich schon im Sommer gegeben. Doch scheiterte der Spielspaß daran, dass sich Kneechee wie Babyzilla aufführte und sowohl die Lok samt Anhänger aus der Kurve riss, als auch die Fertigstellung des simplen Kreises durch massive Behinderung der Gleisarbeiten unmöglich machte. Darüber hinaus muss ich zugeben, dass es mir bisher auch nicht gelungen war, die langen und kurzen Geraden mit den zwei Weichen sinnvoll im Kreis zu integrieren. Eine Bauanleitung fehlt nämlich. Am 23. nahm ich mir also Zeit und Geduld und begann mittels Versuch und Irrtum die 16 Bauteile zu etwas Subtilerem und trotzdem Sinnvollem zu kombinieren. Ich habe es nicht geschafft. Entweder trafen die Enden nicht zusammen oder es entstand ein totes Gleis. Nach gefühlten 3 Stunden schaltete ich das Internet an und suchte ein Bild. Es gibt nur sehr undeutliche... Nach weiteren vergeblichen Versuchen (auch Gewalt hilft nicht unbedingt weiter, da, wie gesagt, das Material nicht biegsam ist), gelang es mir plötzlich, die Schienen in die gewünschte Form zu bringen. Ich bin dem Hersteller übrigens sehr dankbar, der die Gleisstücke entsprechend dem Alter der Nutzer farbig gekennzeichnet hat, Geraden grün, Kurven rot, Weichen schwarz. Nach dem erlösenden letzten Klick fühlte ich mich mindestens so, als hätte ich Troja ausgegraben. Oder wie Tom Hanks in "Cast Away", als sein Feuer brennt. Dass ich mir nicht auf die nackte Brust getrommelt habe, ist dem Umstand zu verdanken, dass Babyzilla sich neben die Schienen hockte und der ratternden Bahn ganz sanft seine Aufmerksamkeit schenkte. Und das volle fünf Runden.

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