Sonntag, 20. Oktober 2013

"Wenn einem de rischt´schen Mummpln um de Ohr´n fliesch´n, da dengste och anders drieber."

Diese Zitat eines unbekannten Leipzigers, beim Vorbeiradeln aufgeschnappt, bringt die ganze Diskussion um die Festivitäten der letzten Woche auf den Punkt.
Wir waren nicht auf dem historischen Gefechtsfeld. Wir waren gestern bei den Biwaks. Was soll ich sagen: Alles war bunt und unterhaltend und gar nicht so militärisch verbissen. Ich dachte beim tiefer Sinnieren nicht einmal an die Mummpln. Sondern eher daran, wie die Woll- und Leinenklamotten in der Hitze kratzten und im Morgennebel feucht müffelten. Und daran, dass es vor zweihundert Jahren wohl keine Dixi-Klos gegeben hat. Manchmal bedarf es gar keines erhobenen Zeigefingers, um zu seiner pazifistischen Grundeinstellung zurückgelotst zu werden.
Wie dem auch sei: 200 Jahre Völkerschlacht sind nun auch Geschichte. Und beim nächsten großen Jubiläum bin ich dann wahrscheinlich eh nicht mehr in Leipzig dabei. 










2 Kommentare:

OPAEBS hat gesagt…

Mir ist dieser Rummel um 1813 widerlich, besonders deshalb, weil nicht der leidenden Menschen sondern irgendwelcher militärische Aktionen gedacht wird, die nur ein sinnloses Gemetzel zur Folge hatten. Lies mal: Friedrich Rochlitz, Tage der Gefahr, Ein Tagebuch der Leipziger Schlacht,Insel-Bücherei Nr.17

Kai hat gesagt…

Danke für den Tipp.