Mein FIT ist weg. Am Morgen beim Spülstein vergessen. Dann genommen. Gestohlen. Geraubt.
Unseren letzten Urlaubstag verbrachten wir im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen. Neolithikum nachgebaut. Wir hatten Glück, denn an diesem Wochenende „isch dort ä Feschtle“. Die Fahrt führte vorbei an Friedrichshafen. Vorbei an Meersburg. An Salem, wo uns der eiskalte Hauch von Zucht und Ordnung umwehte („Lob der Disziplin“). MARCO POLO sagt, dass zu den Schülern dieser Lehranstalt auch Golo Mann gehörte. Nichts gegen ihn, doch Klaus und Erika sind schon die interessanteren Persönlichkeiten.
Unteruhldingen gibt sich sehr bieder, doch das Museum ist wirklich sehr liebevoll angelegt. Es gibt viel zu gucken, anzugreifen und die Text-Bild-Tafeln sind nicht zu akademisch. Überall auch der sympathische Hinweis, dass die Anlage sich am derzeitigen Forschungsstand orientiert und nicht den Anspruch auf absolute Wahrheit hat. Man wisse nicht, wer die geheimnisvollen Siedler waren - die Kelten kamen erst später - , man kenne ihre Sprache nicht (wahrscheinlich etwas Indogermanisches), wohl aber ist man sich sicher, dass sie durch Bodenlöcher ihrer gestelzten Häuser in den See gekackt haben. So gefällt uns Geschichte. Für das Museumsfest hat man an diesem Wochenende auch die Stammbesatzung der ARD-Dokumentation „Steinzeit“ engagiert. Die Familien saßen ums Feuer, die Kinder schossen Pfeile und zu festgesetzten Zeiten gaben die Hobby-Ötzis Interviews. Ein bisschen war es wie im Zoo. Auch die Mitmach-Möglichkeiten, leider nur für Kinder, sollen hier Erwähnung finden. Feuerschlagen, Töpfern, Verkohlte-Kornreste-Betrachten und – Luftballon aufblasen. Eben wie in der Steinzeit.
Wermutstropfen in Unteruhldingen: Die Fischbrötchen mit Bodenseefelchen sind alle. Alternativ gibt´s Bismarckhering!
Auf dem Rückweg noch ein Zwischenstopp in Meersburg. Der Droste wegen, die hier auf der Ritterburg ihre letzten Lebensjahre verbrachte. Die Stadt scheint der Vorstellung eines Amerikaners über Deutschland zu entsprechen. Romantische Gässchen, Fachwerkchen, Kopfsteinpflasterchen. Alles ganz sauber, ganz biedermeierlich. Alles mit falschem Charme.
Zurück auf unserem Zeltplatz dann die nüchterne Erkenntnis. Der neben uns schon als reserviert angekündigte Stellplatz ist vermietet. Ein dicker Wohnwagen aus Tübingen verstellt uns die Zufahrt. Weil wir vernunftgemäß nachgeben, verlegen wir unser Iglu ein paar Meter nach links. Wolken türmen sich dazu auf. Wir entscheiden morgen zu fahren. Streit lohnt nicht.
Und jetzt ist mein FIT weg. Das ist dann doch zuviel. Ich wasche mit Duschbad ab, dermatologisch getestet kann es dem Geschirr nicht schaden. Die Tassen riechen nach Mann. Mit aller Kraft drehe ich die Wasserhähne fest. Die westdeutsche Hausfrau wird ihren Gatten ins Spülhaus rufen müssen.
Unseren letzten Urlaubstag verbrachten wir im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen. Neolithikum nachgebaut. Wir hatten Glück, denn an diesem Wochenende „isch dort ä Feschtle“. Die Fahrt führte vorbei an Friedrichshafen. Vorbei an Meersburg. An Salem, wo uns der eiskalte Hauch von Zucht und Ordnung umwehte („Lob der Disziplin“). MARCO POLO sagt, dass zu den Schülern dieser Lehranstalt auch Golo Mann gehörte. Nichts gegen ihn, doch Klaus und Erika sind schon die interessanteren Persönlichkeiten.
Unteruhldingen gibt sich sehr bieder, doch das Museum ist wirklich sehr liebevoll angelegt. Es gibt viel zu gucken, anzugreifen und die Text-Bild-Tafeln sind nicht zu akademisch. Überall auch der sympathische Hinweis, dass die Anlage sich am derzeitigen Forschungsstand orientiert und nicht den Anspruch auf absolute Wahrheit hat. Man wisse nicht, wer die geheimnisvollen Siedler waren - die Kelten kamen erst später - , man kenne ihre Sprache nicht (wahrscheinlich etwas Indogermanisches), wohl aber ist man sich sicher, dass sie durch Bodenlöcher ihrer gestelzten Häuser in den See gekackt haben. So gefällt uns Geschichte. Für das Museumsfest hat man an diesem Wochenende auch die Stammbesatzung der ARD-Dokumentation „Steinzeit“ engagiert. Die Familien saßen ums Feuer, die Kinder schossen Pfeile und zu festgesetzten Zeiten gaben die Hobby-Ötzis Interviews. Ein bisschen war es wie im Zoo. Auch die Mitmach-Möglichkeiten, leider nur für Kinder, sollen hier Erwähnung finden. Feuerschlagen, Töpfern, Verkohlte-Kornreste-Betrachten und – Luftballon aufblasen. Eben wie in der Steinzeit.
Auf dem Rückweg noch ein Zwischenstopp in Meersburg. Der Droste wegen, die hier auf der Ritterburg ihre letzten Lebensjahre verbrachte. Die Stadt scheint der Vorstellung eines Amerikaners über Deutschland zu entsprechen. Romantische Gässchen, Fachwerkchen, Kopfsteinpflasterchen. Alles ganz sauber, ganz biedermeierlich. Alles mit falschem Charme.
Zurück auf unserem Zeltplatz dann die nüchterne Erkenntnis. Der neben uns schon als reserviert angekündigte Stellplatz ist vermietet. Ein dicker Wohnwagen aus Tübingen verstellt uns die Zufahrt. Weil wir vernunftgemäß nachgeben, verlegen wir unser Iglu ein paar Meter nach links. Wolken türmen sich dazu auf. Wir entscheiden morgen zu fahren. Streit lohnt nicht.
Und jetzt ist mein FIT weg. Das ist dann doch zuviel. Ich wasche mit Duschbad ab, dermatologisch getestet kann es dem Geschirr nicht schaden. Die Tassen riechen nach Mann. Mit aller Kraft drehe ich die Wasserhähne fest. Die westdeutsche Hausfrau wird ihren Gatten ins Spülhaus rufen müssen.
2 Kommentare:
Kai, mein Beileid... hoffe du wirst den FIT-Verlust verkraften. Schobi ist jetzt übrigens auch weg - weder geraubt noch gestohlen. Einfach weggeflogen :-(
Kai, dürfen Deine Rechtschreibung und Grammatik jetzt auch Ferien machen? :-)
Im übrigen ist seit gestern die neue Rechtschreibung Gesetz. Auch im Amt. Allerdings werden schon seit unzähligen Monaten Bescheide "gemäss" versendet. Aber wachsames Auge, das ich bin - gelernt ist eben gelernt, verhelfe ich dem degradierten "ß" zu seinem Recht. Und streiche gnadenlos auf jedem Schriftstück das "Rück" vor dem schönen deutschen Wort "Antwort". Fehlt nur noch, dass ich - zuerst ganz zaghaft mit Bleistift- kleine Z's auf die Blätter kritzele...
Kommentar veröffentlichen