Bald gehen wir auf Tori-Tour. Und da der Toralf auch Urlaub hat und nicht dauernd uns drei fahren will, ohne Blick auf die Landschaft, bat er uns - Frank und mich- einen internationalen Führerschein zu erwerben. Nach einem kurzen Telefonat erschien das auf den ersten Blick kein schwieriges Unternehmen zu werden. 15 Euro Bearbeitungsgebühr. Ein kurzer Weg zum Amt. Selbst das mitgebrachte Buch blieb in der Tasche, denn keine Wartenden drängten sich auf den Gängen. Das geht schnell. So die freundliche Beamtin der KFZ-Stelle in Döbeln. Da ich noch und das nicht ohne Stolz über einen "Permis De Conduire"(Führerschein) verfüge, auf dem mit großen Lettern DDR prangt, war die Sache dann doch nicht ganz so einfach. Hautfarben und wegen des alltäglichen Mitführens mittlerweile sich auch so anfühlend, ist dieses Dokument im begrenzten Europa auch 18 Jahre nach Mauerfall durchaus gültig. Insgeheim hatte ich mir dann aber schon immer mal das beschnauzerte Gesicht eines sizilianischen Verkehrspolizisten bei einer Routinekontrolle in Palermo vorgestellt. Bis dahin bin ich aber ganz gut mit den "Fleppen" (DDR-jugendspezifischer Ausdruck für die Fahrerlaubnis) durch mein KFZ-Leben gekommen. Auf dem Passbild blicke ich naiv-jugendlich, trage die Westjacke von Onkel Hans, die er mir gebraucht via "Geschenkverpackung, keine Handelsware" geschickt hatte und es liegt sogar der gelbe Stempelschein dabei. Jungfräulich wie am Tag der Ausstellung. Nun, das dauert doch länger, sagte die Frau hinter dem Schalter. Ich müsse erst einen Antrag auf Umstellung meines Führerscheins stellen. 24 Euro Bearbeitungsgebühr! Also gut. In meinem Portmonee ist eh noch ein Schlitz für den Kartenführerschein frei und man will ja nicht ewig als Ossi geoutet werden. Doch ich stehe in Döbeln nicht im Computer. Natürlich, mein Dokument ist vor vielen Jahren in Zwickau ausgestellt worden. Dann dauere es noch länger, denn ich bräuchte einen Karteikartenauszug der ausstellenden Behörde. Quasi eine Anlage für den Antrag zur Umstellung der Fahrerlaubnis als grundlegende Voraussetzung zum Antrag auf einen internationalen Führerschein. Mit vielen Zetteln, die an den auzufüllenden Stellen mit Kulikreuzen markiert wurden, bin ich dann nach Hause gegangen. Fast hättest du, lieber Toralf, uns doch alleine durch Asien lenken müssen. So meine in diesem Moment gefühlte Befindlichkeit. Doch zu guter Letzt wurde ich dann doch beruhigt. In Zwickau bewegte sich die junge Stimme nur kurz vom Telefon weg, dann hatte sie meine Kartei gefunden. 1983 Moped? 1984 Motorrad? 1986 LKW? Ja, das war ich! Alles noch da. Und die Kartei kommt kostenlos. Gut, dass Behörden so miteinander kooperieren.
Montag, 13. August 2007
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