„Ilsebill salzte nach.“ Der erste Satz aus Grass` "Der Butt" ist zum schönsten ersten Satz der deutschsprachigen Literatur gekürt worden. „Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“ - schaffte es auf den zweiten Platz.
Nach dem gestrigen Abend mit unseren österreichischen Gäste stelle ich folgende These auf: Einer Nation gelingt es, ihre Geschichte und Gegenwart viel besser zu bewältigen, wenn sie nur über die richtige Sprache verfügt. Wem kommen schon die Eroberungszüge Napoleons in den Sinn, wenn er in Paris auf dem "Gare d`Austerlitz" aus der Metro steigt? Der dem Österreichischen eigene Hang zur "Verniedlichung" (Diminutiv-Stil) lässt selbst "Zigaretten" herrlich unschuldig wirken, wenn sie anstatt in der bedrohlich gezischten und phonetisch hartkantig knallenden "Schachtel" im charmanten "Packer´l" daherkommen.
Auf Deutschlandradio Kultur wurde gestern eine Anthologie besprochen, in der Autoren mit ihren Geschichten gegen das Überhandnehmen der dargestellten Sexualität in der aktuellen Literatur schreiben. Die Herausgeberinnen prägten den Begriff "Geschlechtsverkehr-Literatur" für Romane solcher Autoren wie Michel Houellebecq. Diese Bezeichnung habe sich aber in der Literaturwissenschaft noch nicht durchgesetzt, fügten sie nicht frei von Selbstironie an. Das fand ich sympathisch.
Liebste, weniger als die Hälfte der Zeit, die Phileas Fogg für seine Reise um die Welt gebraucht hat, muss nur noch vergehen, bis wir einander festhalten.
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