Im Gefüge der alltäglichen Neueindrücke nehmen bislang unbekannte oder schon ausgestorbene Berufe einen besonderen Platz in meiner Top-Ten-Liste kasachischer Wahrnehmungen ein. Diesen soll der heutige Blog gewidmet sein.
Platz 3: Der Drogerie-Handwerker
Mit einer riesigen Bohrmaschine stemmt er im Eingangsbereich der Filiale ein Loch in die Bodenfliese. Ohne die Tiefe zu prüfen, hämmert er nach dem Bohrvorgang einen gigantischen Metall-Dübel in die Keramik. Trotz brachialer Schläge guckt der nach gefühlten 10 Minuten immer noch 5 Zentimeter raus. Der Hand-Werker kommt nicht umhin, das Stahlteil mit dem Fäustel wieder locker zu schlagen. Endlich passiert es. Die bis dahin sehr einsichtsvolle Fliese bricht nach allen Seiten aus. Macht aber nichts. Auf den Boden schaut man nicht, da spuckt man bloß hin. Übrigens frau auch.
Platz 2: Die Fahrkarten-Frau
Das Hauptverkehrsmittel hier ist der Bus. Ohne Zeitplan fahren diese regelmäßig und in unterschiedlicher Größe. Voll ist immer. Voller geht es trotzdem an jeder Station. Zwischen die drängelnden Fahrgäste schiebt oder windet sich, je nach Körperumfang und Größe, die Fahrkartenfrau. An zwei Fingern hat sie die riesige Rolle mit Fahrschnipseln per Gummi befestigt, die andere Hand, rissig und münzgrau, wechselt Kleingeld und Tenge-Scheine. Ich frage mich, wie diese Frauen es schaffen, den Überblick zu behalten. Doch wir wurden noch nie nicht abkassiert. Übrigens hatten wir heute Vormittag das Glück, die vorderen Sitze zu erhaschen. Panoramablick auf Astana. Doch nur für kurze Zeit. Denn Plätze zu bekommen, heißt, dass der Bus nur wenig frequentiert ist. Und die Fahrscheinfrau ihren doch recht großkalibrigen Körper neben den Fahrer zur Ruhe bringen konnte. Um uns das Sichtfeld zu versperren.
Platz 3: Der Drogerie-Handwerker
Mit einer riesigen Bohrmaschine stemmt er im Eingangsbereich der Filiale ein Loch in die Bodenfliese. Ohne die Tiefe zu prüfen, hämmert er nach dem Bohrvorgang einen gigantischen Metall-Dübel in die Keramik. Trotz brachialer Schläge guckt der nach gefühlten 10 Minuten immer noch 5 Zentimeter raus. Der Hand-Werker kommt nicht umhin, das Stahlteil mit dem Fäustel wieder locker zu schlagen. Endlich passiert es. Die bis dahin sehr einsichtsvolle Fliese bricht nach allen Seiten aus. Macht aber nichts. Auf den Boden schaut man nicht, da spuckt man bloß hin. Übrigens frau auch.
Platz 2: Die Fahrkarten-Frau
Das Hauptverkehrsmittel hier ist der Bus. Ohne Zeitplan fahren diese regelmäßig und in unterschiedlicher Größe. Voll ist immer. Voller geht es trotzdem an jeder Station. Zwischen die drängelnden Fahrgäste schiebt oder windet sich, je nach Körperumfang und Größe, die Fahrkartenfrau. An zwei Fingern hat sie die riesige Rolle mit Fahrschnipseln per Gummi befestigt, die andere Hand, rissig und münzgrau, wechselt Kleingeld und Tenge-Scheine. Ich frage mich, wie diese Frauen es schaffen, den Überblick zu behalten. Doch wir wurden noch nie nicht abkassiert. Übrigens hatten wir heute Vormittag das Glück, die vorderen Sitze zu erhaschen. Panoramablick auf Astana. Doch nur für kurze Zeit. Denn Plätze zu bekommen, heißt, dass der Bus nur wenig frequentiert ist. Und die Fahrscheinfrau ihren doch recht großkalibrigen Körper neben den Fahrer zur Ruhe bringen konnte. Um uns das Sichtfeld zu versperren.
Platz 1: Die Frau, die aufpasst
"Ramstore" heißt ein großes Einkaufscenter in Astana. Klingt, positiv betrachtet, amerikanisch und nach großer weiter Welt. In der sächsischen Mundart gelesen aber auch wie "Ramsch-Kaufhaus". Die Wahrheit liegt wohl irgendwie dazwischen. Das Interessante ist jedoch die Frau, bei der man seine Tasche abzugeben hat. In einem Pixar-Film würde ich sie als fette Schnecke animieren, doch sie sitzt ganz real und analog hinter einem U-förmigen Regalsystem, deren obere Ablage ihr bis zum Kinn reicht. Dort hinüber gibt der Kunde seine Taschen ab und erhält eine Marke. Ich konnte die Bewunderung nicht leugnen, die ich für diese Dame empfand, als sie wirkliche Anstrengungen aufbrachte, drei Plastiktüten von oben hinter den Tresen zu heben, o h n e aufzustehen. Ach, wie die Ärmchen sich streckten. Hui, wie der Atem schnaufte. Sich kurz zu erheben wäre eine wirklich Körperenergie sparende Methode gewesen. Aber interkulturelle Kompetenz heißt sicher auch, die Mentalität der Bevölkerung in der fernen Fremde zu tolerieren.
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