Freitag, 29. Februar 2008

Von Tieren und Menschen an Schulen

Wenn meine Klasse einen Aufsatz schreibt, schaue ich manchmal aus dem Fenster. Dann sehe ich unser Feuchtbiotop. Neben den gepflasterten Gehwegen und geometrischen Rasenflächen, im Schatten der Schulhaus-Fassade und gegenüber der Feuer-Rettungstreppe wuchern Schilf, Schachtelhalm und Seerose. Im dunklen Wasser zieht ein Schwarm Goldfische seine Bahn. Wie beruhigend für das gestresste Pädagogenauge. Wie beunruhigend für den aufsichtsführenden Kollegen, wenn er wieder eine Gruppe Fünfklässler davon abhalten muss, den Kois mit Kieseln an die glänzenden Schuppen zu wollen. Alles hat so offensichtlich zwei Seiten.
Neben den Rauchern haben es derzeit die Vierbeiner nicht leicht, ins Gebäude zu gelangen. Das Hausverbot für die Katze gilt seit Ende des Jahres, das für die aktiven Raucher seit Februar. Letztere verziehen sich in die Stadt. Die Katze sieht man zuweilen am Goldfischteich. Beide sind weniger eingeschnappt, sondern folgen ihrem Instinkt.
Das gilt auch für den deutschen Schäferhund, der Haus und Hof bewacht. Der ist ziemlich neu und kläfft alles an, was sich seinem Zwinger nähert. Alt und der vielen ungegessenen Pausenbrote überdrüssig, die ihm Generationen von Gymnasiasten überlassen hatten, war sein Vorgänger vor einiger Zeit zur letzten Hatz in den Hundehimmel aufgebrochen. Schade, denke ich jedes Mal, wenn ich versuche, mein Auto zu erreichen, ohne erschrocken zusammenzuzucken, vor dem lauten Tier, das, einen halben Meter vom Boden abgehoben, sich die Seele aus dem Rachen bellt. Doch bin ich zu wenig Hundeversteher, um zu wissen, ob die Kreatur den Genen seiner Urväter folgt oder nur irgendwie gestört ist.

2 Kommentare:

steffi hat gesagt…

Der wahrlich unter ADHS leidende Schäferhund ist eine Hündin und heißt Eischa.
Trotzdem eine umweltbewusste Hündin, denn ich habe die Beobachtung gemacht, dass sie hauptsächlich ausrastet, wenn ein Auto startet! Weniger, wenn menschliche Wesen sich ihr nähern.
Letzteres passierte mir hautnah nach dem Tag der offenen Tür.
Ich ging über den stockdunklen Schulhof und hatte schon so eine Vorahnung...
Plötzlich kam nicht ES, sondern sie...
Nun, ich lebe ja noch!
Die Katzen kommen übrigens regelmäßig durch das Fenster in den Werkraum zum Hospitieren und Abholen von Streicheleinheiten :-)

Anonym hat gesagt…

Nö, die liebe Eischa bellt auch, wenn menschliche Wesen sich nähern. Ich bin ja froh, dass auch der Kai angebellt wird. Erschrocken hab ich mich schon 324 mal.