Die Moderatorin und Musikjournalistin Charlotte Roche hat dieser Tage mit “Feuchtgebiete” ihren ersten Roman vorgelegt. Vom Feuilleton wird das stark polarisierende Werk sehr kontrovers diskutiert, denn Charlotte Roches Erstling ist nichts für schwache Gemüter: Wer sich in die Welt ihrer Romanheldin Helen begibt, sollte besser nicht zart besaitet sein. Die Querdenkerin und FeministinCharlotte Roche geht ins Eingemachte und bricht auf über 200 Seiten konsequent sexuelle Tabus und zerstört gezielt gängige Frauenbilder.
Ich muss zugeben, ich hatte es weder auf den Roman noch auf Charlotte Roche abgesehen. Obwohl ich im Feuilleton über "Feuchtgebiete" gelesen hatte und mir Charlotte Roche noch nie unsympathisch gewesen ist. Durch Zufall zappte ich in den gestrigen NDR-Talk. Und habe mich sehr unterhalten. Weniger das delikate Thema ihres Buches fand ich "erregend" - die Geister scheiden sich, wenn man die Amazon-Rezensionen betrachtet - , sondern wie sie sich in dieser Runde behauptete. Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt versuchten mit allen Mitteln der "Redekunst" die Autorin auf schmieriges Parcours zu führen, wohl um einer an die Thematik des Buches gestellten Erwartungshaltung des Publikums gerecht werden zu wollen. Das klappte nicht. Denn Frau Roche ist in ihrer Tabulosigkeit so ernst (oder ironisch) wie schlagfertig. Charlotte Roche: "Helen (die Romanheldin d.V.) liegt mit einer Analfissur im Krankenhaus." Barbara Schöneberger: "Wegen einer missglückten Arschrasur!" Charlotte Roche lächelnd: "Ich versuche mich beim NDR angemessen auszudrücken."
Manchmal ist Fernsehen doch erquickend.
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