Mittwoch, 30. April 2008

Montag, zweiter Tag:

Die lange Nacht zeichnet. Müde Gesichter am Eingang zum „Restaurant“. „Nie!!!!“, werden wir vom Büfett vertrieben. Wir bekommen Frühstücksteller mit abgezählten Wurst- und Käsescheiben inclusive Belagsträger. Wer stückelt eigentlich die Salatextrakte und Paprikapartikel, die den Teller aufschönen?
Um 11.00 Uhr beginnt die Führung durch Auschwitz. Wie wird der Tag ankommen?
Die Schüler hören geduldig und meist interessiert zu. Ergriffenheit fühle ich dennoch nur im Ansatz. Die Wiesen sind grün. Butterblumen und blauer Himmel können sicher nichts dafür. Doch die Führungen erfolgen im 30-Sekunden-Takt (Keine Übertreibung). Zeitweise sprechen bis zu drei Guides in einem Raum und das in unterschiedlichen Sprachen. Wir gehen links, weil rechts die Entgegenkommer drängeln. Alles schnell.
Dann bin ich doch berührt. Dann, als ein junges Mädchen aus Spanien leise zu weinen beginnt, als es aus dem Raum mit den Menschenhaar tritt.

Erkenntnis des Tages:
„Am Ende kommen die Touristen“? Ich blicke auf die Koffer und denke an denn Film. Sie sind längst da.

Am Abend schlendern wir in kleiner Gruppe durch das jüdische Viertel „Kazimierz“. Allen hatten wir den Spaziergang angeboten, wenige gehen mit uns. Andere wollen lieber im Hotel sein. Ich frage mich, ob ich mit 16 auch so gewesen bin. Und mag mich selber nicht, wenn es so gewesen sein sollte. Selbst auf den Rummel zu später Stunde kommt nur ein Grüpplein mit. Und dort gibt es sogar Freifahrten …

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