Sonntag, 6. April 2008

Von Trödelmärkten und BBC-Dokumentationen


Was haben Trödelmärkte in Dresden und BBC-Dokumentationen im Kino gemeinsam? Man kann beide zur Ausgestaltung eines Wochenendes nutzen. Vor allem, wenn das Wetter eher ungemütlich kalt daherkommt. So haben wir es getan. Und beide können den Besucher sowohl in euphorische Stimmung bringen, als ihn auch in tiefe Nachdenklichkeit verfallen lassen.
Die letzten Stufen der Carolabrücke runter zum Elbufer platze ich fast immer vor Erwartung. (Übrigens ein Gefühl, das meine beiden liebsten Frauen in dieser Situation nicht mit mir teilen können.) Ich muss nicht einmal etwas kaufen an den Ständen, um mich an all dem Kram zu erfreuen. Sogar dessen muffigen Geruch liebe ich in diesem Moment. Gucken und hören reicht. Jemand schurt in einer Kiste voller loser Kristallquadrate. Vielleicht passten diese in einen riesigen Leuchter? Er wisse nicht, wozu er diese brauche, sagt der Interessierte. Sie gefallen ihm einfach. In melancholischen Momenten frage ich mich dann doch, wem das alles gehörte und ganz wichtig war. Ich schaue auf Fotoalben, Bestecke, Brillen ...
Und das ist dann so ähnlich wie im Kino, bei "Unsere Erde". Wenn der kleine Elefant, der seine Herde verloren hat, den Spurenpfad in die falsche Richtung nimmt, wünscht sich der ergriffene Zuschauer, dass der Kameramann endlich das verwirrte Tier zur Umkehr zwingen möge. Dann ist vergessen, dass man im Kinosessel sitzend kurz vorher nur Bewunderung übrig hatte, für diejenigen, die wohl wochenlang bei Hitze und Kälte mit der Kamera darauf gewartet hatten, bis einer der letzten freilebenden Amurleoparden fast das Objektiv streift.
Alles hat eben seine Kehrseite. Nur auf die Fress-Etage der "Altmarktgalerie" trifft das nicht zu. An diesem Wochenende kann ich weder den Gestank von Pommes, Nordsee-Fischbrötchen und China-Nudeln ertragen, noch den Anblick der sich selbst stopfenden Besucherschaft des Einkauszentrums. Man muss vorher nur gut frühstücken.
Das folgende Bild stammt nicht aus der BBC-Dokumentation, sondern aus dem Biologiebuch meiner Tochter. Passt aber thematisch zum Naturfilm. Die Jugend ist heute eben schon viel weiter.

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