Sonntag, 4. Mai 2008

Beach-Volleyball

Von allen Ballsportarten mag ich Volleyball am meisten. Vielleicht liegt es daran, dass ich den Beginn meiner Fußballkarriere im mit Schulranzen abgesteckten Tor auf dem Bolzplatz vor unserem Wohnblock quasi verpasst habe. Wer weniger als dreimal jonglieren konnte, musste der Schlussmann sein. Dreimal war mein Rekord. Auch meine Handballaktivitäten bei "Grubenlampe Zwickau" reduzierten sich abrupt, als nur mein Kumpel in die A-Mannschaft übernommen wurde und ich keine sonderliche Lust zu vier Mal Training die Woche aufbringen mochte. Von da an galt nur noch Freizeitsport.
Heute gab es Beach-Volleyball in Zwickau. Keine Angst, geneigter Leser, ich war nur Zugucker, denn: "Ich habe Rücken". Beachvolleyball wird ursprünglich am Strand gespielt. Zu DDR-Zeiten tat man das beispielsweise in Zingst. Doch da hieß das noch nicht Beach-Volleyball. Und es durften auch mehr urlaubende Werktätige in einer Mannschaft mitspielen. Heute ist das anders. Wo es keinen Strand gibt, macht man sich welchen. 400 Tonnen Sand wurden also auf den Zwickauer Markt gekippt. Gegenüber dem Rathaus, unweit vom historischen Gewandhaus. Robert Schuman sah von seinem Denkmal aus zu. Sehr interessant.
Beim Aufschlag macht der Vordermann (oder -frau) geheime Fingerzeichen. Die sehen wie verkappte "Peace-Finger" aus, sollen wohl aber darauf deuten, wo der Ball landen soll. Vielleicht kann mir das jemand erklären!? Auf alle Fälle wirkt es sehr konspirativ.
Wichtig bei den Männern ist die Sonnenbrille. Dieses Utensil wirkt nach außen vor allem unheimlich cool. Praktisch soll es dem Spieler wohl auch beim Abblocken dienlich sein. Dann nämlich, wenn der Ball vom Gegner heimtückisch aus Richtung Sonne geschlagen wird. Andererseits frage ich mich als einer, der zur Randgruppe der Brillenträger gehört, was passiert, wenn man den Angriffsball auf die Zwölf bekommt?
Bei den Frauen und Mädchen scheint ein möglichst knappes Bikini-Höschen Basis der Ausstattung zu sein. Ob das etwas mit der zunehmenden Attraktivität zu tun hat, die diese Sportart ausstrahlt? Doch wenn ich es recht bedenke, hat man (und frau) früher in Prerow sogar "naksch" gevolleyballt. Auf alle Fälle erweitert sich das Ritual des gegenseitigen "Fünfe-Gebens" nach gelungenen Spielzügen um ein mit beiden Zeigefingern ausgeführtes "Verrutschten- Stoff-über-den-Hintern-Ziehen". Diese eigentlich sehr intime Geste, die nun in aller Öffentlichkeit ausgeführt wird, besitzt im Vergleich zur heimlichen Zeichengebung beim Aufschlag eine nicht zu leugnende Konträrwirkung.
Apropos Wirkung: Während der mit aller Heftigkeit geführten Schlagabtausche spielte ein kleiner Junge am Spielfeldrand im Sand. Dass neben ihm die Bälle einschlugen, störte ihn beim Burgen-Bau nicht im geringsten. Auch seine Eltern nicht. Die Wirkung blieb Gott sei Dank aus.

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