Heute fragte mich eine Kollegin mit semigerunzelter Stirn und Blick auf meine Fußbekleidung, ob ich mit 40 immer noch "Chucks" tragen könne. Es war nicht anklagend gemeint, denn es ist eine liebe Kollegin. Ja, ich stehe dazu. Ich trage welche, auch wenn ich nur "Converse-Turnschuhe" dazu sage. Keine Frage des Alters. Und schließlich ist es mir erst in meinem 41sten Jahr zum zweiten Mal gelungen, eine CD zu kaufen, die dann später in der "Musikexpress" zur Platte des Monats gekürt wurde. Wobei ich natürlich nicht für mich in Anspruch nehme, dass dieses Votum ursächlich auf meine Kaufentscheidung zurückzuführen ist. Selbstzweifel kommen mir aber dann doch, wenn ich die Rezension zu "Third" von "Portishead" lese. Diese sind weniger gererationsgedingt - Gitarrist Adrian Utley könnte gut und gerne mein älterer Bruder sein, wenn das Foto stimmt - sondern basieren auf dem augenscheinlichen Versagen meiner Text-Kompetenz.
O.K. Ich erfasse, dass es der Autor gut mit der Scheibe meint. Das beweisen auch 6 rote Sterne, die "exzellent" bedeuten. Der Rest überfordert mich. Und das einen Tag vor dem Deutschabitur.Etwas wird uns ans Herz gedrückt - eine schüchterne Melodie;ein warmer Ton; Beth Gibbons, fröstelnd - und wieder weggenommen. Auch die stumpf ausgebremsten Snare- und Toms-Wirbel des auf die dunkle Seite gezogenen Songkolosses "Plastic" verbreitet diese Wirkung. Oder im Gegensatz zwischen der
Mills-Brother-unter-Wasser-Ukulelerutsche "Deep Water" und der folgenden großartig martialischen Industrial-Arbeit "Machine Gun. Oder dieses maskierte Saxattentat auf das von Kuhglocken-Breakbeat vorangetriebene "Macic Doors".
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