Eine der klügsten Frauen ist die Liebste. Das hindert sie nicht daran, sich ab und zu vom Seichten unterhalten zu lassen. Und da ich sie liebe, schaue ich mit. Zum Beispiel "Anna und die Liebe". Das ist eine Telenovela. Ich lasse mir jedes Mal erklären, was das ist. Und vergesse es wieder. In dieser geht es um eine herzensgute graue Maus, die in der kalten Werbewelt die innovativen Ideen gebärt, aber von keinem der intriganten Schnösel bemerkt wird. Die Rolle wird von Jeanette Biedermann gemimt. Als ehemaliger GZSZ-Star, vormalige Volksliedinterpretin und kurzzeitige Rock-Röhre zehrt sie von ihrer künstlerischen Vielseitigkeit. Bis jetzt sagt sie nicht viel, guckt aber wie ein Mondkalb, wenn der unheimlich gut gebaute Schöne in ihre Nähe tritt. Der braucht aber noch 55 Teile, bis er merken wird, dass sein Glück nicht bei der Schwarzhaarigen im pinkfarbenen "Nimm mich sofort"- Top zu finden ist, sondern bei deren Schwester Anna alias Jeanette B. Nach 25 Minuten bleibt Anna immer noch die Gelackmeierte. Dann weinen bei SAT 1 junge Frauen, die ihre Freunde beim "Party-Machen" am Balaton heimlich beobachten dürfen (Treuetest am Balaton). Da kommen einem fast selbst die Tränen. Doch auch die "Kulturzeit" auf 3Sat bringt nur wenig Erfreuliches. Der neue Grass sei langweilig, verkünstelt und seit langem sein schlechtestes Buch. Und in Bayreuth wir auch nur gestritten...
Montag, 1. September 2008
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1 Kommentar:
Mit Günter Grass habe ich aufrichtig Mitleid. Zum ersten Mal erlebe ich ganz bewußt seinen Verriß. "Die Box" lag schon in der Buchhandlung, als ich am Samstag Sven Regeners "Der kleine Bruder" für Kai kaufen wollte. Hatten sie nicht da! Mußte ich bestellen! Bin ich eine Ziege, wenn ich sage: "Ich hätte gern Sven Regeners neues Buch?" und die Buchhändlerin fragt: "Und wie heißt das?" Kulturpessimismus.
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