Zu gedünstetem Zucchini mit Hackfleisch und Blumenkohl hören wir heute den Länderreport auf Deutschlandradio Kultur. Es geht um die geplante Mediacity am Spreeufer und die Proteste der Mitte-Friedrichshain- und Kreuzberg-Bewohner dagegen. Wie schön, wenn es schmeckt und man von etwas hört, das man selbst erlebt hat. Wir waren hautnah dabei, als im Juli 2008 an der Eastside-Gallery demonstriert wurde! Und wir eine Radtour machten.
Dann fragen wir uns, wie oft wohl Unbeteiligte in die Wirrnisse ihrer Zeit gerieten und im Nachhinein zu Aufrührern, Protestlern und Rebellen wurden? Ein Bauer dengelt seine Sense aus Versehen waffenmäßig schief und schon befördert er sich zum Kommandanten eines Bundschuh-Heeres. Da stellte sich einer am KONSUM an und findet sich plötzlich Seite an Seite mit den empörten Bauarbeitern der Stalinallee. Oder einer betrachtete Schuhe vorm KaDeWe mit einem staunenden "Ho!" und schwimmt plötzlich im Strom der ... -Ho-Ho-Chi-Minh-Rufer davon. Ist das nicht ein in den historischen Wissenschaften lange unterschätztes Phänomen? Oder wenigstens eine Filmidee?
Umgekehrt geht´s natürlich auch. Und zwar jenseits aller Fiktion:
Winter 1990. Da klebt man mit Kommilitonen Plakate gegen den Demokratischen Aufbruch und wäre fast in die Kommunistische Plattform geraten. Nur weil man sich in der Uni-Mensa aufwärmen wollte.
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