Mittwoch, 22. April 2009

Nasse Wiese zur Wochenmitte

In dieser Woche läuft unser Bücher-Messe-TAZ-Probe-Abo aus. Schön eigentlich, wenn man eine Tageszeitung unterhält. Schön, wenn sie frech daherkommt und Klinsmann zu Ostern ans Kreuz nagelt. Oder gestern titelt: Althaus wieder auf der Piste. Schön, wenn lokale Probleme auf Berlin beschränkt bleiben.
Schade also.
Im politischen Feuilleton auf Deutschlandradio kämpfte heute Morgen die Journalistin Astrid von Friesen wie eine stolze Löwin gegen die gesellschaftliche Diffamierung einer als solche kaum wahrgenommenen sozialen Randgruppe, den Adligen. Sie meinte damit natürlich nicht diese Salongrößen, die sich in den "Goldenen Blättern" und Szene-Klubs tummelten. Die hätten sich ihre Titel eh alle erkauft. Nein, sie meine die Geburtselite, die generationsübergreifenden Träger von Geist und Kultur, denen die Kleinbürger ihre Größe neideten. So ein lausiger Freiherr dürfe man in der Presse ironisch zu Herrn von und zu Guttenberg sagen. So ein lausiger Sorbe wäre im Zusammenhang mit dem sächsischen Ministerpräsidenten ein politisch inkorrekter Skandal. Recht hat sie, finde ich. Obwohl ich dachte, als ich meinen Kaffee schlürfte, der Beitrag sei Satire.
Heute Abend ist die Kunstwiese nass, auf der wir gucken, wenn die Sonne hinter den Häusern verschwindet. April ist eben April. Auch wenn im Blumenkasten das erste Grün durchsprießt.

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