Das erste Mal Glück: Am letzten Abend unseres Berlin-Urlaubs spielt U2 im Olympiastadion.
Das zweite Mal Glück: Drei Tage vorher gibt es bei Dussmann noch Karten und zwar zu 110 und 170 Euro! Das finde ich unverschämt und kaufe sie nicht.
Das dritte Mal Glück: Ich freue mich über das gesparte Geld und leiste mir zum neuen Rad einen besseren Sattel.
Das vierte Mal Glück: Am Samstagabend nieselt es und wir ziehen uns nach Eis und Flohmarkt geschafft nach Hause zurück. Ich hadere. Die Liebste mag nicht, dass ich mit dem Fahrrad ans andere Ende der Stadt fahre, um vorm Olympiastadion reinzuhören. Ich solle die Bahn nehmen.
Das fünfte mal Glück: Trotz Chaos bei der S-Bahn (Sicherheitsmängel, Nachbesserungen, nur ein Viertel aller Züge fahren) funktioniert die U2 nach Ruhleben. Und die führt zu U2. Ist das nicht paradox?
Das sechste Mal Glück: Mein Geld ist ausgegeben. Die Liebste ruft mich an der Tür zurück und steckt mir 45 Euro zu. Für alle Fälle.
Das siebte Mal Glück: Die Bahn birst aus allen Nähten. Ich bleibe trotzdem sitzen. 24 Stationen.
Das achte Mal Glück: Die vielen Leute wollen zum Konzert. Es hat also anderthalb Stunden nach offiziellem Beginn noch nicht angefangen.
Das neunte Mal Glück: Schon am Bahnsteig bestürmen uns Verkaufswillige. "Hast du für 100 Euro", wird ein Mann neben mir angesprochen. Der Markt kippt. Er kriegt die Karte für 60 Euro. Dann offeriert ein türkischer Spekulant Tickets für 86 Euro. Ein extra Angereister hält dagegen, dass er nur 30 habe - und kriegt sie. Ich frage. Sitzplatz , Gegentribüne, Normalpreis für 108! Ich nehme mir das Prinzip zum Vorbild: "Habe nur 40!" "Dann nimm!"
Das zehnte Mal Glück: Ich komme mit dieser Karte sowohl ins Stadion rein als auch auf den entsprechenden Platz drauf.
Das elfte Mal Glück: Der Platz vor mir bleibt frei, die Ehefrau des Fans daneben ist wohl nur mit und bleibt die ganze Zeit Zigarette rauchend sitzen. Ich habe freie Sicht. Neu ist, dass jeder dritte Zuschauer das Ereignis vordergründig über den Monitor seiner Kompaktkamera oder Multimedia-Handys verfolgt. (Das gibt von oben gesehen ein beeindruckendes Bild.)
Was soll ich sagen: Natürlich ist mein Bauchgefühl nicht so wie 1997, als ich in Leipzig meine Lieblingsgruppe zum ersten Mal live gesehen habe. Natürlich spricht Bischof Tutu zu uns über Videoeinspielung. Natürlich erscheint in seinem Appell der Bezug zwischen der Menschenrechtslage in Südafrika und dem Rest der Welt und der 360 Grad-Tour nicht ganz stimmig. Natürlich haben wir mit Bono zusammen für Nelson Mandela ein Geburtstagsständchen gegrölt. Natürlich geht es bei "Sunday, bloody sunday" um das aktuelle Unrecht in Teheran. Natürlich wirkt das ganze Gutmenschentum einschließlich der Erinnerung für M. Jackson (Bono singt: Man in the mirror) etwas aufgesetzt.
Aber was bedeutet das alles bei "Where the streets have no name", "With or without you" und "One" ?
Ich glühe zufrieden. Komme gelöst nach Hause. Und dort ist mein Glück an sich.
Das zweite Mal Glück: Drei Tage vorher gibt es bei Dussmann noch Karten und zwar zu 110 und 170 Euro! Das finde ich unverschämt und kaufe sie nicht.
Das dritte Mal Glück: Ich freue mich über das gesparte Geld und leiste mir zum neuen Rad einen besseren Sattel.
Das vierte Mal Glück: Am Samstagabend nieselt es und wir ziehen uns nach Eis und Flohmarkt geschafft nach Hause zurück. Ich hadere. Die Liebste mag nicht, dass ich mit dem Fahrrad ans andere Ende der Stadt fahre, um vorm Olympiastadion reinzuhören. Ich solle die Bahn nehmen.
Das fünfte mal Glück: Trotz Chaos bei der S-Bahn (Sicherheitsmängel, Nachbesserungen, nur ein Viertel aller Züge fahren) funktioniert die U2 nach Ruhleben. Und die führt zu U2. Ist das nicht paradox?
Das sechste Mal Glück: Mein Geld ist ausgegeben. Die Liebste ruft mich an der Tür zurück und steckt mir 45 Euro zu. Für alle Fälle.
Das siebte Mal Glück: Die Bahn birst aus allen Nähten. Ich bleibe trotzdem sitzen. 24 Stationen.
Das achte Mal Glück: Die vielen Leute wollen zum Konzert. Es hat also anderthalb Stunden nach offiziellem Beginn noch nicht angefangen.
Das neunte Mal Glück: Schon am Bahnsteig bestürmen uns Verkaufswillige. "Hast du für 100 Euro", wird ein Mann neben mir angesprochen. Der Markt kippt. Er kriegt die Karte für 60 Euro. Dann offeriert ein türkischer Spekulant Tickets für 86 Euro. Ein extra Angereister hält dagegen, dass er nur 30 habe - und kriegt sie. Ich frage. Sitzplatz , Gegentribüne, Normalpreis für 108! Ich nehme mir das Prinzip zum Vorbild: "Habe nur 40!" "Dann nimm!"
Das zehnte Mal Glück: Ich komme mit dieser Karte sowohl ins Stadion rein als auch auf den entsprechenden Platz drauf.
Das elfte Mal Glück: Der Platz vor mir bleibt frei, die Ehefrau des Fans daneben ist wohl nur mit und bleibt die ganze Zeit Zigarette rauchend sitzen. Ich habe freie Sicht. Neu ist, dass jeder dritte Zuschauer das Ereignis vordergründig über den Monitor seiner Kompaktkamera oder Multimedia-Handys verfolgt. (Das gibt von oben gesehen ein beeindruckendes Bild.)
Was soll ich sagen: Natürlich ist mein Bauchgefühl nicht so wie 1997, als ich in Leipzig meine Lieblingsgruppe zum ersten Mal live gesehen habe. Natürlich spricht Bischof Tutu zu uns über Videoeinspielung. Natürlich erscheint in seinem Appell der Bezug zwischen der Menschenrechtslage in Südafrika und dem Rest der Welt und der 360 Grad-Tour nicht ganz stimmig. Natürlich haben wir mit Bono zusammen für Nelson Mandela ein Geburtstagsständchen gegrölt. Natürlich geht es bei "Sunday, bloody sunday" um das aktuelle Unrecht in Teheran. Natürlich wirkt das ganze Gutmenschentum einschließlich der Erinnerung für M. Jackson (Bono singt: Man in the mirror) etwas aufgesetzt.
Aber was bedeutet das alles bei "Where the streets have no name", "With or without you" und "One" ?
Ich glühe zufrieden. Komme gelöst nach Hause. Und dort ist mein Glück an sich.
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