"Alles wird noch viel schlimmer!", droht es aus der Berliner Morgenpost. Gemeint ist das Chaos im öffentlichen Nahverkehr. Davon merken wir bis jetzt so gut wie nichts, wenn man von den drückenden Klimaverhältnissen in den aufgeheizten Waggons der U- und S-Bahnen absieht, die einem Mitte Juli, nachmittags gegen fünf, dort entgegenschlagen. In Paris wird die Metroluft übrigens parfümiert. Wir fahren Rad. Und das erweist sich nicht nur als schnelle Alternative (dank der liebsten Scoutin), erfrischende Variante (Fahrtwind), sondern auch als touristisch attraktivste Form (nachts "Unter den Linden"). Zwar muss man beim links und rechts Beschauen der vielen Sehenswürdigkeiten auf der Hut sein, nicht von einem der von hinten anrauschenden Kampfvelozipeden vom Radweg gefegt zu werden, weil diese pünktlich zur Bionade/Latte ins Szeneviertel muss, oder selbst einer lateinamerikanischen Touristin aufzufahren, welche plötzlich und unerwartet von ihrem "Erkunde-die-City-mit-dem-Bike"-Gefährt springt, um ein Foto zu schießen.
Zwischen Radlerfreuden und- leiden frühstücken wir Schusterjungs, trinken FritzKola in unterschiedlicher Ausprägung, schauen über die Dächer der Stadt. Die Liebste guckt in ihrer "Freizeit" verpasste Folgen von "Alisa-Folge deiner Liebe!" (oder war es doch "deinem Glück"? Oder "deinem Herzen"?) im Internet und ich lese Comics. (Ich bin kein Comic-Leser - vom "Mosaik" abgesehen - doch aus irgendeinem Grund schleiche ich seit vielen Wochen um Jason Lutes "Berlin" herum und nun habe ich mir beide Bände gekauft und "verschlungen", wie Frau Professor Nagelschmidt zu sagen pflegte. Liegt wahrscheinlich an der Umgebung. Ich meine, der Kaufentschluss und die Begeisterung.) Und gestern waren wir zu Mel Brooks "The Producers - Frühling für Hitler" im Admiralspalast. Reichsparteitagsmäßig beflaggt, statt Hakenkreuz die deutsche Brezel, ist mir das Theater schon im vorigen Monat aufgefallen. Und wie wir gestern erfahren haben, gab es wirklich ein Anschreiben des Deutschen Werberates bezüglich der Bedenken, vor allem der vielen ausländischen Gäste Berlins wegen und der Wirkung, die von den zwar eindeutig von der NS-Symbolik abweichenden, dennoch ebenso eindeutig Assoziationen hervorrufenden rot-weiß-schwarzen Bannern ausgehe, besonders in der stark von Touristen frequentierten Friedrichstraße. Die Veranstalter haben die Beschwerde mit der erforderlichen Gelassenheit abgewiesen und sich wahrscheinlich über die Werbewirkung der Diskussion um die "Deutsche Brezel" krümmlig gefreut. Und das zurecht. Wir, die wir erklärte Nicht-Freunde des Musicals im Allgemeinen sind, haben uns amüsiert. Und noch dazu, auf den teuren Plätzen, die wir auf Vorschlag der Platzanweiser kurz vor Beginn einnehmen durften. Erste Reihe im Rang! Gleich über der Führerloge, die 1941 eingebaut wurde und heute "Balkon" heißt.

Zwischen Radlerfreuden und- leiden frühstücken wir Schusterjungs, trinken FritzKola in unterschiedlicher Ausprägung, schauen über die Dächer der Stadt. Die Liebste guckt in ihrer "Freizeit" verpasste Folgen von "Alisa-Folge deiner Liebe!" (oder war es doch "deinem Glück"? Oder "deinem Herzen"?) im Internet und ich lese Comics. (Ich bin kein Comic-Leser - vom "Mosaik" abgesehen - doch aus irgendeinem Grund schleiche ich seit vielen Wochen um Jason Lutes "Berlin" herum und nun habe ich mir beide Bände gekauft und "verschlungen", wie Frau Professor Nagelschmidt zu sagen pflegte. Liegt wahrscheinlich an der Umgebung. Ich meine, der Kaufentschluss und die Begeisterung.) Und gestern waren wir zu Mel Brooks "The Producers - Frühling für Hitler" im Admiralspalast. Reichsparteitagsmäßig beflaggt, statt Hakenkreuz die deutsche Brezel, ist mir das Theater schon im vorigen Monat aufgefallen. Und wie wir gestern erfahren haben, gab es wirklich ein Anschreiben des Deutschen Werberates bezüglich der Bedenken, vor allem der vielen ausländischen Gäste Berlins wegen und der Wirkung, die von den zwar eindeutig von der NS-Symbolik abweichenden, dennoch ebenso eindeutig Assoziationen hervorrufenden rot-weiß-schwarzen Bannern ausgehe, besonders in der stark von Touristen frequentierten Friedrichstraße. Die Veranstalter haben die Beschwerde mit der erforderlichen Gelassenheit abgewiesen und sich wahrscheinlich über die Werbewirkung der Diskussion um die "Deutsche Brezel" krümmlig gefreut. Und das zurecht. Wir, die wir erklärte Nicht-Freunde des Musicals im Allgemeinen sind, haben uns amüsiert. Und noch dazu, auf den teuren Plätzen, die wir auf Vorschlag der Platzanweiser kurz vor Beginn einnehmen durften. Erste Reihe im Rang! Gleich über der Führerloge, die 1941 eingebaut wurde und heute "Balkon" heißt.

1 Kommentar:
"Amüsiert" ist aber zuwenig! Wir müssen aufpassen, nicht "Frühling für Hitler und Vaterland" laut auf der Straße zu schmettern...
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