Samstag, 22. August 2009

Kompen-Sensation für 170 Euro

Mit Dreizehn blätterte ich zum ersten Mal in einem Neckermann-Katalog aus dem Westen. Neben dem meinem Alter entsprechenden Interesse an den Seiten mit der kapitalistischen Damenunterwäsche war ich von dem Ressort "Gesundheit" (gleich hinter den Sportartikeln) fasziniert, da neben Bauch-weg-Gürteln und Fußbad-Sprudler auch zeppelinförmige Massagestäbe offeriert wurden. Dass die Dinger eigentlich Dildos heißen und wofür die "moderne (West-)Frau" diese benötigte, ging mir erst Jahre später auf. Und damit auch die Bigotterie der westdeutschen Gesellschaft.
Kataloge gibt es nunmehr zuhauf. Und statt durch Neckermann blättere ich dann und wann durch Schulaustatter. Vom Kreidehalter bis zur interaktiven Tafel gibt es alles, was die Herzen von Lernenden höher schlagen lassen soll.
Ich fand die Alkoholrausch-Brille bemerkenswert. Eine akzeptable Lösung für den Pädagogen nah am Burnout. Nach einem stressigen Schultag lässt LehrerIn sich mit dieser in den Sessel fallen, legt die Beine hoch und kann bei einem großen Glas gekühlten Bonaqua die Seele baumeln lassen. Ohne gesundheitliche Folgeschäden.
Mathematisch wäre jetzt nur noch zu ermitteln, wie oft man für 170 Euro richtig besoffen sein kann.

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