



Der Hoflieferant für kleine Prinzen und Prinzessinnen - So untertitelt die Firma Coppenrath und Die Spiegelburg ihren Frühlings- und Sommer-Prospekt. Den gibt es auf der Buchmesse in der Abteilung Kinderliteratur. Obwohl die Publikation auch im Bereich Psychologie bestens aufgehoben wäre. Ein Kind würde sich angesichts der Wunschfülle, die auch eine gutbetuchte Familie des oberen Mittelstandes kaum zu bewältigen in der Lage ist, wohl kreischend auf den Boden werfen, weil es nicht alles bekommen kann - und zwar gleich. So glaube ich, dass es sich eher um einen verkappten entwicklungspsychologischen Ratgeber handelt. Zwar lässt sich in pädagogischen Kreisen sicher darüber streiten, ob die oben genannte Titelzeile zwangsläufig zu einem fehlgeleiteten Selbstbild beim Heranwachsenden führen muss, doch können Piaget und Alice Miller angesichts dieser wenigen Seiten ihre Forschungen getrost in den Windeleimer treten. Die erste Lebensphase wird von der Ente Nelli bestimmt. Auf der Produktpalette kann Baby wahlweise rumkuscheln, -kauen und -reiten. CD, Fühlbuch und Handpuppe gibt es von dem sympathischen Wassertier natürlich auch.Nicht minder freundlich stimmt dann Hase Felix, wenn er auf Kinder-Welt-Reise geht. Koffer, Brotdose und Nackenhörnchen passt genau in die Zeit des ersten großen Urlaubs mit den Kleinen.
Geschlechtsspezifisch wirds dann in der quietschpinken Prinzessin Lillifee-Welt. In diesem "Vorhof zur Hölle" (so die Liebste) gibt es vom Armband zum Selbergestalten bis zum Zauberstab mit Tüll und Strass alphabetisch alles.
Wenn das Mädchenzimmer eh in Lillipink gestrichen ist, können die liebenden Eltern mit ein paar wenigen braunen Tupfen an den Wänden sofort in die "Pferde, Freundschaft und große Gefühle-Phase" hinüberleiten. Ohne groß zu renovieren.
Das wird dann aber spätestens nötig, wenn das Töchterchen elf wird. Totenköpfchen und Düstereule symbolisieren das ganz neue Lebensgefühl der "Rebella". Spätestens jetzt sollten die Erziehungsberechtigten aber das Meerschweinchen lebend aus dem Kinderzimmer bergen. Nicht dass
die pubertierende Prinzessin auf dumme Ideen kommt ...
Geschlechtsspezifisch wirds dann in der quietschpinken Prinzessin Lillifee-Welt. In diesem "Vorhof zur Hölle" (so die Liebste) gibt es vom Armband zum Selbergestalten bis zum Zauberstab mit Tüll und Strass alphabetisch alles.
Wenn das Mädchenzimmer eh in Lillipink gestrichen ist, können die liebenden Eltern mit ein paar wenigen braunen Tupfen an den Wänden sofort in die "Pferde, Freundschaft und große Gefühle-Phase" hinüberleiten. Ohne groß zu renovieren.
Das wird dann aber spätestens nötig, wenn das Töchterchen elf wird. Totenköpfchen und Düstereule symbolisieren das ganz neue Lebensgefühl der "Rebella". Spätestens jetzt sollten die Erziehungsberechtigten aber das Meerschweinchen lebend aus dem Kinderzimmer bergen. Nicht dass
die pubertierende Prinzessin auf dumme Ideen kommt ...
2 Kommentare:
Meine Meinung: ein sehr gelungener, treffender Beitrag fürs Feuilleton!
Kann OE nur zustimmen - der Text könnte eine noch breitere Leserschaft amüsieren, als du sie mit deinem Blog erreichst. Warum nicht einfach mal versuchen?
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