Samstag, 26. März 2011

Der Störfall oder Nachdenken über Aka Wes.

Entsprechend der bedrohlichen Situation in Fukushima und der daraus resultierenden Diskussion in Deutschland sollte man einmal über die Standorte bzw. Bezeichnungen der deutschen Kernkraftwerke nachdenken. Die heißen bei uns Jülich, Krümmel, Grafenrheinfeld, Mühlheim-Kährlich, Biblis, Emmsland. Tönt das nicht idyllisch? Klingt nach Heimat? Oder wenigstens niedlich? Da sehe ich Fachwerk, wellige Wiesen, Reetdach-Dächer und Gastwirtschaften in der dritten Generation. Das hört sich an wie Schützenverein, Mutter-kauft-beim-Bauern-Bio und Vater-streichelt-seine-Mercedes. Nun ist es tatsächlich so, dass diese AKWs genau in solchen Gegenden stehen, wo die Welt noch in Ordnung scheint. Die Frage stellt sich mir nun, ob die Atom-Strom-Lobby die Dinger deshalb in die Provinz gebaut hat, weil sie im Falle eines Falles - das kalkulierte RESTRISIKO! - dort weniger Menschen auf einmal umbringen können. Oder polieren die Betreiber damit bloß ihr Image auf. Man stelle sich dem gegenüber vor, die Reaktoren brummten so dahin - versprochen sicher unter ihrem Beton - in Gegenden dieser Republik, die als soziale Brennpunkte weitaus weniger positiv besetzt sind. Ich denke da an ein mögliches AKW Köln-Kalk, an einen Meiler Meschenich oder einen schnellen Brüter in Nürnberg-Galgenberg.* Vielleicht fiele da den Verbrauchern ihre (Wahl-)Entscheidung leichter.

* Erklärung:
Bei der Auswahl der Stadtgebiete beruft sich der Verfasser auf eine öffentliche Diskussion im Netz und weist jede Voreingenommenheit seinerseits gegenüber den Bewohnern dieser Quartiers von sich.

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