Samstag, 14. Mai 2011

Von Vögeln, halbleeren und -vollen Gläsern

Der frühe Vogel fängt den Wurm.


Der frühe Vogel kann mich mal.

Dieser kleine Piepmatz saß heute früh auf der Dachrinne neben unserem Balkon-Petersilien-Dill-Sauerampfer-Busch und schrie sich eine halbe Stunde die Lunge aus dem dünnen Hals. Nein, ganz richtig ist das nicht, denn der Gefiederte tirilierte ohne den Schnabel zu öffnen und den Regenwurm zu verlieren. Ich wusste nicht, dass die das so können, mit geschlossenem Vogelmund.
Die Liebste erklärte sich die Situation so: Er sucht seinen Freund, um die Beute mit ihm zu teilen. Und kann ihn nun nicht mehr finden. Nie mehr! Eine Tragödie! Ich wischte dagegen mannhaft die Feuchte aus den Augen und ihre geäußerten Bedenken weg, mit der Bemerkung, dass er wohl eher frische Ware feil biete. So wie das einige hundert Meter weiter an jedem Samstag zu dieser Stunde üblich ist. "Frische Wurm, alles ein Eurrooo!"
Es wird Sommer.

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