Donnerstag, 1. September 2011

Zäpfchenstreich*

Auf einen Ortswechsel reagieren die Körper der meisten Menschen häufig mit einer, sagen wir mal, gewissen inneren Verschlossenheit. Das ist auch bei ganz kleinen Menschen so. Die Fachliteratur beruhigt zwar, dass sechs bis acht Tage bei Säuglingen durchaus normal seien. Doch Kneechee wohnt jetzt fast eine Woche bei uns. Und bei dem, was da täglich oben reingesaugt wird, muss doch auch unten wieder was rauskommen! Egal, was da so in Büchern steht!
Unsere Hebamme des Vertrauens (in diversen Internetforen wird diese meist lässig als "Hebi" tituliert, davon distanzieren wir uns aber) schwört auf Zäpfchen. Rein planzlich wirken die innerhalb von 20 Minuten.
Heute Morgen hielten wir es nicht länger aus und verabreichten Kneechee solch ein Teil. Creme drauf, flutsch und weg. Der Erfolg stellte sich statt nach einer knappen halben Stunde schon nach 15 Sekunden ein. Und zwar explosionsartig. Klasse Medikament!
Der Zweifler in mir führt die Wirkung aber weniger auf Fenchel, Anis und Kümmel zurück, sondern eher auf die Mechanik und Form des Zäpfchens.


* Den Jüngeren und "Ungedienten" unter den Lesern sei gesagt, dass der Titel einen Rückgriff auf den militärischen Sprachgebrauch darstellt. Das geschieht hier aber ausdrücklich aus sprachspielerischen Gründen, da wir unseren Sohn natürlich zu einem gesunden Pazifismus erziehen. Gleichsam machte sich nach dieser Aktion aber eine große Reinigung der Naßreviere erforderlich. Also nichts mit Zapfenstreich.

1 Kommentar:

Anne E. hat gesagt…

dazu folgende Episode aus meinem Leben:

Falls der Max-Planck-Babystudie die Fragen ausgehen, hätte ich da Einiges zu bieten:
Meine These: Babys haben ein Gespür für ungünstige Situationen und nutzen diese schamlos aus, um alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
In unserem Fall sah das so aus.
1. Mama zieht ihr WEISSES Lieblingskleid an
2. Justus und Clemens müssen geimpft werden
3. Justus hat Angst vor der Spritze und braucht Mama als Beruhigung
3. Samuel hatte 7 Tagen keinen Stuhlgang
Wir sitzen also beim Kinderarzt, Justus hat die Spritze grad im Oberarm und weint, es gibt einen großen Knall und auf meinem Kleid liegt ein Häufchen, dessen Geruch und Konsistenz hier nicht genauer beschrieben wird. Ja, bei 7 Tagen sammeln, kann wohl keine Windel dichthalten :-(
Ich war nur dankbar, dass ich nicht mit der Bahn unterwegs war :-)
Komisch...ich mag mein Baby trotzdem noch

Ihr habt´s schlau gemacht. Ich sollte meinem hintertückischen Baby wohl auch mit einer - wie wir es lieb nennen - "Poporakete" zuvor kommen.

Liebe Grüße
Anne